Manuel Neuer erklärt vor dem Viertelfinale seine Rolle als Aushilfslibero und spricht über Beckenbauer-Vergleiche.

[kaltura id="0_isxowh6b" class="full_size" title="K pke Lahm auch super auf der rechten Seite "]

Von Patrick Mayer und Thorsten Mesch

München/Santo Andre - Heftig prasselte die Kritik auf Bundestrainer Joachim Löw nach dem chaotischen Achtelfinalsieg gegen Algerien ein (BERICHT: Hilfloser Löw braucht den Plan B).

Mieses Coaching und vor allem eine falsche Taktik warfen die Experten landauf landab dem 54-Jährigen vor. Vor dem Viertelfinale der Nationalmannschaft gegen die starken Franzosen (Fr., ab 17.30 Uhr im LIVE-TICKER) ist die Sehnsucht der Fans groß, Philipp Lahm wieder auf der gewohnten rechten Außenverteidigerposition zu sehen (BERICHT: Auf wen Löw jetzt setzen muss).

SPORT1-Experte Thomas Berthold forderte den Dortmunder Erik Durm für die linke Außenbahn (WM-Kolumne: Erik Durm muss seine Chance kriegen). Und auch für die Offensive sehen nicht wenige Handlungsbedarf (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Auf der abschließenden Pressekonferenz vor der Abreise nach Rio de Janeiro relativierte Torwart-Trainer Andreas Köpke Aussagen Löws, er wolle "bis zum Schluss" an Lahm im Mittelfeld festhalten.

Manuel Neuer verteidigte seine wagemutigen Ausflüge gegen die Algerier, Andre Schürrle bekräftigte seine Ambitionen auf einen Einsatz in der Startelf (PEPSI START 11: Hier die Nationalelf selbst aufstellen).

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SPORT1 fasst die wichtigsten Aussagen der Pressekonferenz zusammen:

Neuer über seine Ausflüge:

"Sicher, ich riskiere vielleicht ein Foul und wenn es knallt eine Rote Karte. Aber das ist meine Spielweise. Ich darf nur meine Vorderleute nicht in Bedrängnis bringen. Nach Franz Beckenbauer gab es lange keinen Libero mehr. Deshalb ist das kein Kompliment (lacht). Ich versuche meinen Mannschaftskollegen zu helfen. Wenn ich diese Bälle antizipiere, versuche ich da zu sein. Ich habe diesen Helferinstinkt und versuche diese Situationen zu entschärfen, bevor der Spieler im Eins-gegen-Eins gegen mich kommt."

Köpke über Neuers Ausflüge:

"Wir sollten eigentlich versuchen, die langen Bälle des Gegners zu unterbinden. Manuel ist aber erfahren genug. Wenn ich seine Ausflüge sehe, bin ich sehr ruhig auf der Bank. Ich muss dann nicht zittern. Gegen Frankreich wird es aber nicht so sein, dass er sieben, achtmal draußen retten muss. Manuel kann auch einschätzen, was auf ihn eingeprasselt ist. Er findet Spaß daran. Es geht auch um Rückpässe, die er souverän verarbeitet. Im Feld kann er gut mitspielen. Ob es für die Bundesliga reichen würde, weiß ich nicht (lacht). Übertreiben wird er es ohnehin nicht. Das ist aber sein Torwartspiel, weswegen ich ihn nicht bremsen muss. Er weiß: Jetzt fangen wir wieder bei Null an."

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Köpke über Diskussionen um Lahm:

"Wir haben Philipp verletzungsbedingt hinten reingestellt. Es ist doch nicht so, dass wir von diesen Dingen abweichen. Wir diskutieren sie. Wir stellen die Mannschaft so auf, dass wir den größtmöglichen Erfolg haben (SERVICE: Der WM-Rechner). Wie es gegen Frankreich aussieht, werden wir dann entscheiden. Das Interview, in dem Löw sagt, dass Lahm im Mittelfeld spielen muss, war vor dem Algerien-Spiel. Dass ein Lahm auch super auf der rechten Seite spielen kann, bestreiten wir nicht. Nochmal zur Debatte Philipp Lahm: Wir müssen das machen, wovon wir uns Erfolg versprechen. Das gilt auch für Andre Schürrle. Es geht um Kleinigkeiten, auch um den Gegner zu überraschen."

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Schürrle über seine Ambitionen:

"Ich bin heiß, fühle mich gut, in einer guten Form. Ich bin froh, dass ich im letzten Spiel über einen längeren Zeitraum spielen durfte. Mit Verlängerung waren es ja doch 75 Minuten. Ich bin bereit, wenn der Bundestrainer auf mich setzen sollte. Aber das muss er entscheiden."

Köpke über Kritik aus der Heimat:

"Wenn ich die Fanmeilen gesehen habe, war die Stimmung euphorisch. Natürlich ist nicht alles optimal gelaufen. Intern wird aber Tacheles geredet (904413DIASHOW: Das DFB-Team hautnah), sonst kommen wir nicht weiter. Es wurde aber leider alles auf die erste Halbzeit konzentriert. Solche Spiele gibt es bei Weltmeisterschaften. Das war auch 1990 so. Sie können mal Franz Beckenbauer fragen, wie er gegen die Eistonne getreten hat. Wir freuen uns alle auf Rio und wollen so lange wie möglich im Turnier bleiben."

Alle weiteren Aussagen finden Sie im LIVE-TICKER zum Nachlesen.

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