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PHILIPP LAHM (7 Spiele, 690 Minuten, 0 Tore): Der Kapitän beginnt das Turnier im defensiven Mittelfeld und enttäuscht vor allem gegen Ghana. Findet nach seiner Rückversetzung in die Abwehr zurück zu alter Stärke und beweist, dass er der wohl beste Rechtsverteidiger der Welt ist - SPORT1-Note: 3,00
Philipp Lahm feierte am 18. Februar 2004 sein Debüt in der deutschen A-Nationalmannschaft. ZUM DURCHKLICKEN: Das DFB-Team hautnah © getty

Joachim Löw lässt durchblicken, dass Philipp Lahm gegen Frankreich nicht zwingend im Mittelfeld spielen muss. Aussagen der DFB-PK.

Von Marcel Guboff und Thorsten Mesch

München/Rio de Jainero - Deutschland gegen Frankreich - Bundestrainer Joachim Löw und Toni Kroos erwarten ein Duell auf Augenhöhe.

Mit Spannung warteten die anwesenden Journalisten aber auf die Antwort, wo Philipp Lahm im Viertelfinale der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich (Fr., ab 17.30 Uhr im LIVE-TICKER) auflaufen wird: im Mittelfeld oder in der Abwehr? (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Der DFB-Coach ließ diese Frage zwar offen, deutete aber einen Wechsel auf rechts an.

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SPORT1 fasst die fünf wichtigsten Aussagen der Pressekonferenz mit Löw und Kroos und zusammen:

Löw über die Diskussionen um Lahms Position:

Für Löw ist die Diskussion um Lahms Rolle im Team nicht überraschend. "2004 und 2006 ging es schon darum, ob er links oder rechts spielt", führte der Bundestrainer aus. "Aber solche Diskussionen helfen mir nicht unbedingt weiter."

Der 54-Jährige versicherte, "dass wir uns vor jedem Spiel Gedanken darüber machen, was das Beste für die Mannschaft ist. Es gibt Entscheidungen, die gefällt wurden. Aber es gibt keine Entscheidungen, die für die Ewigkeit zementiert sind. Philipp hat gegen Algerien seine Sache auf rechts später gut gemacht."

Wo Löw seinen Kapitän gegen Frankreich aufstellt, wollte er nicht verraten: "Sie werden schnell erkennen, wo er spielen wird."

?Löw und Kroos über den Frankreich

Der Respekt vor dem deutschen Viertelfinal-Gegner ist groß. "Wir messen uns mit einer klasse Mannschaft, die mit uns sicherlich auf Augenhöhe sein wird", so Löw. "Wir spielen in einem Stadion mit einem großen Mythos. Das ist für alle Motivation genug. Wir gehen mit allem Selbstbewusstsein, das wir haben, in dieses Spiel".

Ähnlich sieht es Kroos: "Wir wissen, dass Frankreich eine absolute Top-Nation ist mit Top-Spielern. Dass sie unglaublich als Mannschaft auftreten, was in den letzten Turnieren nicht immer der Fall war. Und sie sind sehr kompakt, vor allem im Mittelfeld."

Daher werde es darauf ankommen, "dass wir dort das Übergewicht bekommen und dort die Zweikämpfe gewinnen. Wenn wir dort dominant sind, dann sagt das viel über den Ausgang des Spiels aus. Aber wenn wir unsere Leistungen abrufen, sind wir die bessere Mannschaft. Natürlich müssen wir sie auf den Platz bringen, sonst wird es nicht reichen."

Löw und Kroos über Quasi-Libero Neuer:

"Wenn eine Mannschaft früh stört, ist es unabdingbar, dass der Torhüter nicht auf der Linie steht. Das macht die Klasse Manuel Neuers aus, dass er wie ein Spieler hinter der Abwehr agiert und ein gutes Gespür für lange Bälle hat", sagte Löw. "Manuel ist ein Fußballer, der technisch bei uns im Training fast nicht abfällt. Er soll dieses Risiko gehen und hoch stehen." (SERVICE: Der WM-Rechner)

Aus diesem Grund sei Neuer für Kroos "der elfte Feldspieler" auf dem Platz. Denn: "Wir wissen, dass Manu gerade als Torwart ein überragender Fußballer ist. Da gibt es keinen besseren auf der Welt."

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Löw über die Kritik an seine Person:

Dem Bundestrainer war anzumerken, dass er von der Diskussion um seine Zukunft genervt ist. Dass darüber gesprochen wird, "ist aber nicht völlig ungewöhnlich", meinte Löw. "In Südafrika war es schon vom zweiten Spiel an. Ganz ehrlich: Solche Dinge interessieren mich in dieser Situation überhaupt nicht, da bin ich tiefenentspannt."

Warum, lieferte er gleich hinterher: "Viele andere Nationen sind schon im Urlaub, wir sind immer noch hier. Wir sind jetzt unter die ersten Acht gekommen, morgen kommen wir unter die ersten Vier."

Die Personallage:

Die gute Nachricht vorweg: Alle Spieler konnten am Abschlusstraining im Maracana teilnehmen. Doch am Mittwoch "hat fast ein Drittel unserer Spieler über Halsschmerzen geklagt. Man muss abwarten, wie sich so etwas entwickelt. Trainieren konnten alle, Fieber hatte keiner. Ein bisschen erkältet sind einige. Ich hoffe, dass sie stabil bleiben."

Nach dem Achtenfinale hätten sich Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira "ganz gut erholt. Beide sind morgen im Vollbesitz ihrer Kräfte."

Gleiches gilt auch für Mats Hummels, der gegen Algerien wegen eines grippalen Infekts passen musste. Kann der Innenverteidigung gegen Frankreich auflaufen? "Auf jeden Fall, klar", antwortete Löw. "Sein Zustand hat sich verbessert. Er hat mir gesagt, dass er sich auch nicht mehr müde fühlt und kein Fieber mehr hat."

Alle weiteren Aussagen finden Sie im LIVE-TICKER zum Nachlesen.

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