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Horst Eckel ist einer von zwei noch lebenden deutschen Weltmeistern von 1954 © imago

Genau 60 Jahre nach dem Wunder von Bern drückt Horst Eckel dem DFB-Team gegen Frankreich die Daumen und glaubt an den Titel.

Von Reinhard Franke

München - Der 4. Juli ist aus Sicht des deutschen Fußballs ein herausragendes Datum.

Heute vor genau 60 Jahren feierte die Nationalmannschaft das "Wunder von Bern" und holte mit dem sensationellen 3:2 gegen Ungarn ihren ersten WM-Titel.

Entsprechend groß ist die Hoffnung, das legendäre Datum könnte ein gutes Omen für das WM-Viertelfinale gegen Frankreich sein (ab 17.30 Uhr im LIVE-TICKER) (SERVICE: Der WM-Spielplan)

"Für den einen oder anderen kann das schon ein Glücksbringer sein, wenn er mit den Gedanken vorher beim Spiel von damals ist", meint Horst Eckel, der neben dem Kölner Hans Schäfer der letzte noch lebende Spieler der deutschen Weltmeisterelf von 1954 ist.

Eckel glaubt an den Titel

Im Gespräch mit SPORT1 zeigt sich der 82-Jährige zudem optimistisch, dass Deutschland die Franzosen schlägt und "mit dem Geist von Spiez" auch Weltmeister werden kann:

"Es gibt noch einige große Mannschaften, aber ich traue unseren Jungs zu, dass sie ins Endspiel kommen. Das Potenzial ist absolut da und ich bin zuversichtlich, dass es klappt mit dem Titel."

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Unterstützung für Löw: "Nicht stur"

Parallelen sieht Eckel auch bei der Position des Bundestrainers. Wie damals Sepp Herberger nach der heftigen 3:8-Vorrundenklatsche gegen die später im Finale geschlagenen Ungarn sah sich auch Joachim Löw zuletzt heftiger Kritik ausgesetzt.

Doch der einstige Nationalspieler verteidigt den aktuellen DFB-Chefcoach, gerade in der Diskussion um die Rolle von Philipp Lahm:

"Ich finde nicht, dass Jogi Löw stur ist. Ein Trainer muss genau wissen, wie er seine Mannschaft aufstellt und von daher kann nur Löw das entscheiden. Mit seiner Willensstärke erinnert er mich sogar etwas an Herberger. Wir sollten ihm daher alle vertrauen. Dann können wir uns vielleicht schon bald über einen vierten Titel freuen."

Rückblick mit leuchtenden Augen

So oder so: Der 4. Juli "ist auf keinen Fall ein Tag wie jeder andere. Das ist für mich wirklich ein ganz besonderer Tag".

Eckel, der in seiner Karriere die längste Zeit für den 1. FC Kaiserslautern aktiv war (213 Spiele zwischen 1949 und 1960) und vor allem mit seinem Pfälzer "Landsmann" Miroslav Klose immer wieder in Kontakt ist, erinnert sich immer wieder gerne an das größte sportliche Highlight seiner Laufbahn.

"Die Gedanken an Bern waren immer da, sind immer da und bleiben auch immer in meinem Herzen. Die Erinnerungen an das Endspiel gegen die Ungarn kann man mit Worten fast gar nicht beschreiben", sagt der zweimalige Deutsche Meister:

"Das liegt jetzt schon 60 Jahre zurück und ich werde immer wieder darauf angesprochen. Das ist einfach schön."

Immer wieder Bern

Es komme "immer noch so viel auf mich zu, was mit Bern damals zu tun hat".

Natürlich werde Eckel nicht bei jeder Gelegenheit auf 1954 angesprochen, aber "irgendwie kommt dann im Endeffekt die Sprache doch auf das Spiel von damals und dann muss ich schon schmunzeln."

Immer wieder tippen ihm heute noch Fans auf die Schulter und nennen ihn bei seinen zwei Spitznamen.

Als anfangs jüngster Spieler im deutschen Team wurde Eckel "Benjamin" gerufen, wegen seiner Laufstärke und schlanken Statur nannte man ihn aber auch den "Windhund".

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Kein Vergleich zu früher

Den Fußball von damals könne man "um Himmels willen" nicht mit dem heutigen vergleichen, meint der in der Nähe von Kaiserslautern aufgewachsene frühere Stürmer:

"Ich sehe, dass heute ein ganz anderer Fußball gespielt wird als das bei uns war." SHOP: Jetzt DFB-Fanartikel kaufen

"Public Viewing ist nichts für mich"

Das Spiel gegen Frankreich wird sich Eckel zu Hause mit seiner Frau ganz gemütlich vor dem Fernseher anschauen. "Public Viewing ist nichts für mich", sagt er und muss laut lachen

"Da sind mir zu viele Leute. In meinem Alter will man das in Ruhe genießen. Da kann ich auch dann auch mal laut schreien, wenn mir ein Spielzug der Mannschaft nicht gefällt."

Keine Frage, er drückt fest die Daumen, damit die deutsche Elf die nächste Hürde zum vierten WM-Titel meistert:

"Selbstverständlich zittere ich mit den Jungs mit und hoffe, dass wir auch dieses fünfte Spiel gewinnen. Ich wünsche mir, dass wir weiterkommen."

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