Der Viertelfinalsieg zeigt, dass der Bundestrainer alles andere als stur ist. Dank seiner Flexibilität wachsen die WM-Chancen.

Blickt man auf die bisherige Bilanz der DFB-Auswahl unter Joachim Löw, dann steht dort: EM-Finale 2008, WM-Halbfinale 2010, EM-Halbfinale 2012 - und seit gestern auch WM-Halbfinale 2014.

Es ist eine Bilanz, von der andere Nationen nur träumen können. Doch die Erwartungshaltung an den Bundestrainer und die deutsche Nationalmannschaft ist groß. Für viele zählt nur der Titel.

Auch jetzt ist noch nichts gewonnen. Aber durch das 1:0 gegen Frankreich gelang zumindest der nächste große Schritt.

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Nach dem mühevollen und fahrigen 2:1 im Achtelfinale gegen Algerien lieferte das DFB-Team eine konzentrierte und kontrollierte Vorstellung ab, was auch an einigen Veränderungen in der deutschen Mannschaft lag.

Philipp Lahm in der Abwehr, Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira im zentralen Mittelfeld - Löw hatte die Formation aufgeboten, die viele seiner Kritiker gefordert hatten.

Er hat bewiesen, dass er nicht stur an einer einmal getroffenen Entscheidung festhält. Das hatte er schon vor dem Spiel gegen Frankreich erklärt. Geglaubt hatten es dem Bundestrainer nicht alle.

Mit seiner Entscheidung, Per Mertesacker, der vier Spiele fehlerlos bestritten hatte, auf die Bank zu setzen, hat er zudem Mut bewiesen. Mats Hummels, der für Mertesacker ins Team rückte, erzielte das Siegtor. Der Erfolg gibt Löw Recht.

Der Bundestrainer ordnet alles dem Erfolg unter. Dafür änderte er gegen Frankreich die notwendigen Details. Es könnte gut sein, dass die deutsche Aufstellung im Halbfinale erneut anders aussieht.

Löw hat gezeigt, dass er flexibel sein kann. Das macht Hoffnung, dass es am Ende mit dem Titel klappt. 2010 in Südafrika schied das DFB-Team im Halbfinale aus. Bei der EM 2012 verzockte sich der Bundestrainer mit seiner Taktik gegen Italien.

Inzwischen ist die deutsche Mannschaft reifer geworden, auch Löw hat sich weiterentwickelt. Eine wichtige Eigenschaft, die nötig ist, um den ganz großen Wurf zu landen.

Man bekommt immer mehr das Gefühl, dass Löws Mannschaft tatsächlich Weltmeister werden kann.

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