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Tim Wiese ist seit Sommer 2005 Keeper bei Werder Bremen © imago

Oldie Jens Lehmann will trotz Löw-Zurückweisung wieder in die Nationalelf. Werder-Keeper Tim Wiese fühlt sich provoziert.

Von Daniel Rathjen

München - Er polarisiert wie eh und je.

Sportlich läuft es für Jens Lehmann glatt.

Mit dem VfB Stuttgart ist der 39-Jährige auf einem Höhenflug. Beim 1:0 gegen den Hamburger SV am Sonntag blieb Lehmann zum zehnten Mal in dieser Saison ohne Gegentor.

Er liebäugelt nun mit einem Comeback in der Nationalelf und stößt dabei auf massive Kritik.

Zunächst wies ihn DFB-Torwarttrainer Andreas Köpke zurück: "Es erübrigt sich, über Lehmann nachzudenken", hatte er gesagt.

Dann legte Bundestrainer Joachim Löw nach: "Ich sehe keinen Bedarf." Es sind klare Absagen an Lehmann, doch der Keeper bleibt hartnäckig.

"Die Wahrscheinlichkeit, dass im nächsten Jahr Bedarf da sein wird, ist groß", ließ er nach dem Sieg gegen den HSV verlauten.

Keine Qualität?

Im Klartext heißt das: Löw wird Lehmann bis zur WM 2010 in Südafrika noch brauchen, weil die anderen Torhüter nicht genügend Qualität haben.

Das wiederum bringt Werder Bremens Torhüter Tim Wiese auf die Palme.

Der 27-Jährige fürchtet um sein gerade gewonnenes Standing in der Nationalmannschaft und greift Lehmann scharf an.

"Der ist abgedreht"

"Der ist völlig überschätzt und abgedreht. Schade, er war mal ein netter Typ, bevor er nach Stuttgart ging. Jetzt versucht er ständig zu provozieren. Mir geht er nur noch auf die Nerven", wird Wiese in der "Bild" zitiert.

Gleichzeitig erinnerte er an das Gegentor für Lehmann in Bochum, als dieser mit dem Ball ins Tor purzelte.

Die aktuelle Nummer eins, Robert Enke, äußert sich momentan nicht. Dafür wurde Hannover-Boss Martin Kind deutlich: "Die Aussage von Jens Lehmann ist ein Affront gegen alle Torhüter, die berufen sind. Lehmann hat sich verabschiedet. Das sollte er akzeptieren."

Immer noch Motivation

Lehmann verspürt jedoch immer noch Spaß am Profifußball, deshalb hat er seinen Vertrag in Stuttgart auch gerade um ein Jahr verlängert.

Er gilt nach wie vor als hochkonzentriert und motiviert. Lehmann hat wie viele seiner Zunft (Uli Stein, Claus Reitmaier, Oliver Kahn, Andreas Köpke) ein späteres "Verfallsdatum" als ein Feldspieler.

Im Gegensatz zu ihren Kollegen werden Torhüter nicht so oft gefoult und müssen keine langen Läufe machen. Bei ihnen zählen zu einem großen Teil Ausstrahlung und Persönlichkeit.

"Jens soll so lange spielen, wie es geht. Alles, was danach kommt ist eine Quälerei", rät Stein Lehmann im "kicker".

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