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Jens Lehmann soll im November gegen England verabschiedet werden © getty

Der Ex-Nationalkeeper bemängelt fehlende Selbstkritik einiger Führungsspieler und die Rolle ihrer Berater bei der EM-Endrunde.

Frankfurt/Main - Torhüter Jens Lehmann hat 16 Tage nach dem Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft die seiner Ansicht nach mangelnde Kritikfähigkeit der Führungsspieler im DFB-Team kritisiert.

"Selbstkritik ist das Markenzeichen von wirklich großen Spielern. So genannte Führungsspieler in Deutschland zeichnen sich aber manchmal dadurch aus, dass sie in der Öffentlichkeit mit ihrer Rolle kokettieren - indem sie ihre Meinung über andere sagen" sagte der 38 Jahre alte Schlussmann vom VfB Stuttgart im "Spiegel":

"Da sollte ein Umdenken stattfinden."

Mehr Taten statt Worte

Der 61-malige Nationalspieler führte mit Blick auf die in dem Interview mit dem Nachrichtenmagazin nicht namentlich genannten Führungsspieler im DFB-Team weiter aus.

So wäre es seiner Meinung nach bei der Niederlage im Finale gegen Spanien (0:1) schön gewesen wäre, "wenn der ein oder andere Spieler, der hinterher über Fehler sprach, mal über sich hinausgewachsen wäre, um die Partie noch zu drehen."

Kritik an Spielerberatern

Nach Ansicht von Lehmann haben bei einigen Unstimmingkeiten während der EM aber auch die Spielerberater eine große Rolle gespielt.

Vor allem die Tatsache, dass gemunkelt wurde, nicht Bundestrainer Joachim Löw, sondern DFB-Kapitän Michael Ballack habe den Systemwechsel nach der 1:2-Niederlage in der Vorrunde gegen Kroatien eingeläutet, sei von Beratern gesteuert worden.

"Ich habe mitbekommen, dass Spielerberater versucht haben, ihre Klienten in der Öffentlichkeit gut zu positionieren", meinte Lehmann: "Ich weiß aber nicht, ob die Berater den Spielern damit einen Gefallen tun, denn die verlieren dadurch an Standing in der Mannschaft."

Weniger Teamgeist

Der jetzige VfB-Keeper hatte in Österreich weniger Teamgeist verspürte als vor zwei Jahren in Deutschland:

"Bei der Europameisterschaft war nach der Niederlage gegen Kroatien die Homogenität nicht immer in dem Maße vorhanden wie bei der WM."

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