vergrößernverkleinern
Jens Lehmann (l.) und Oliver Bierhoff wurden gemeinsam 2002 Vize-Weltmeister © getty

Oliver Bierhoff sieht keinen Bedarf, Tim Wiese für dessen verbalen Angriff auf Jens Lehmann zu bestrafen. Der legt trotzdem nach.

München - Oliver Bierhoff hat hat Lautsprecher Tim Wiese den Rücken gestärkt und eine Rückkehr von Jens Lehmann ins Tor der deutschen Nationalmannschaft kategorisch ausgeschlossen.

"Wünschen kann sich jeder Spieler alles, aber für uns ist das kein Thema", sagte der DFB-Teammanager.

"Er ist anständig verabschiedet worden und wir haben drei sehr gute Torhüter. Es ist dennoch gut für Jens, sich in dem Alter so ein Ziel zu setzen."

Auch eine Teilnahme Lehmanns an der Asien-Reise des Vize-Europameisters Ende Mai wegen möglicher Vereins-Verpflichtungen der Nationaltorhüter Wiese, Robert Enke und Rene Adler verwies er ins Reich der Fabeln:

"Wir haben beschlossen, die Situation abzuwarten. Vielleicht will Andreas Köpke ja selbst noch einmal ins Tor."

Keine Sanktionen gegen Wiese

Der Bremer Wiese muss nach seinen Verbalattacken gegen Lehmann keine Sanktionen durch den DFB fürchten.

"Die Aussagen von Wiese waren nicht außerhalb der Grenzen. Es muss da nicht zu Maßnahmen kommen. Es ist nicht so, dass wir den Spielern den Mund verbieten wollen. Sie sollen lediglich respektvoll miteinander umgehen", erklärte Bierhoff.

Wiese hatte sich Lehmann gegenüber in den vergangenen Tagen allerdings äußerst respektlos gezeigt, nachdem der Schlussmann vom VfB Stuttgart mit Blick auf die WM 2010 in Südafrika wiederholt Comeback-Absichten geäußert hatte. (Lehmann lässt nicht locker)

"Ich spreche auch für die anderen Torhüter. Was Lehmann macht, ist nur noch provozierend und verarschend", hatte der Werder-Keeper erklärt.

"Der ist doch nicht ernst zu nehmen. Lehmann macht ständig komische Sachen. Entweder er schmeißt Schuhe weg, oder er schreit unseren Diego an. Mir geht er nur noch auf die Nerven." (Wiese geht auf Lehmann los)

Keine Reaktion auf Wiese

Daraufhin hatte der 39-jährige Lehmann im "kicker" auf den Verhaltenskodex der Nationalmannschaft verwiesen.

"Das wird der DFB regeln. Ich möchte auf Beleidigungen nicht reagieren", sagte der 61-malige Nationalspieler, der im August des vergangenen Jahres seinen Rücktritt aus der DFB-Auswahl bekanntgegeben hatte.

Zweideutiges Lob für die DFB-Kandidaten

Lehmann erklärte zu möglichen Comeback-Plänen zwar etwas kryptisch, es sei etwas an ihn herangetragen worden, "was ich wohl falsch verstanden habe", versicherte aber trotzdem: "Meine Aussage, dass ich abwarte, ob Bedarf sein wird, bleibt bestehen."

Gleichzeitig fand Lehmann für die aktuellen Kandidaten im Kampf um die Nummer eins im deutschen Tor lobende Worte, schmückte diese aber mit kleinen Sticheleien aus.

"Sowohl Manuel Neuer als auch Rene Adler haben sehr, sehr großes Potential. Es wird ein Spaß zu sehen, wie die beiden auf lange Sicht konkurrieren," sagte Lehmann, ergänzte aber, beide seien "noch ein bisschen jung".

Wie von Adler und Neuer hält Lehmann auch vom dritten Konkurrenten Robert Enke sehr viel. "Er ragt bei Hannover heraus. Ihm wäre es zu gönnen, bei einer Spitzenmannschaft zu spielen".

Löw macht wenig Hoffnung

Bundestrainer Joachim Löw hatte Lehmann zuletzt noch ganz vage Hoffnungen auf eine Rückkehr ins deutsche Tor bei der WM 2010 gemacht.

"Ich gehe davon aus, dass sich an der jetzigen Situation nichts ändert. Aber natürlich kann es Verletzungen oder auch Formkrisen geben", sagte er. (Löw lässt Lehmann träumen)

Lehmann müsste allerdings auf die Missgeschicke gleich mehrerer Konkurrenten hoffen.

Bayern "kein Thema"

Unterdessen läuft bei Bierhoff alles auf eine Verlängerung seines 2010 endenden Vertrages beim DFB hinaus.

Ein Engagement bei Rekordmeister Bayern München ist für den früheren Italien-Legionär "kein Thema", vielmehr will er den mit Löw eingeschlagenen Weg auch über die WM 2010 hinaus weiter fortsetzen.

"Ich bin beim DFB glücklich und wir werden uns im Sommer mit dem Präsidenten zusammensetzen, um über einen Vertrag über 2010 hinaus zu reden", sagte Bierhoff.

Zum Forum - jetzt mitdiskutierenZurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel