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Jens Lehmann hat in 357 Bundesligaspielen zwei Tore erzielt © getty

Jens Lehmann bekräftig noch einmal seine Ambitionen, in die Nationalelf zurück zu kehren. Die Asienreise könnte eine neue Chance bieten.

München - Im November feiert Jens Lehmann seinen 40. Geburtstag.

Doch das gesetzte Fußball-Alter ist für den Torwart des VfB Stuttgart kein Grund, nicht für die nächste Saison zu planen und noch einmal seinen Nationalmannschaftsansprüche im Hinblick auf die WM in Südafrika zu untermauern.

"Die Zielsetzung Nationalmannschaft ist für meine Motivation sehr wichtig", sagte Lehmann der "Bild", ist sich aber offenbar bewusst, dass er damit polarisiert: "Wie das in der Öffentlichkeit ankommt, kann ich nicht beeinflussen."

Zuletzt hatte Werder-Torwart Tim Wiese Lehmanns Comeback-Pläne öffentlich kritisiert. Auch Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff und Torwarttrainer Andreas Köpke sprachen sich gegen eine Rückkehr aus.

Lehmann vertraut auf Löws Entscheidungen

Bundestrainer Jogi Löw ließ jedoch eine Hintertür für Lehmann offen. Lehmann selber lässt sich von den Diskussionen nicht beeinflussen.

"Was heute gesagt wird, wird Jogi Löw in einem Jahr wenig interessieren", ist sich Lehmann sicher. Der Torwart-Routinier glaubt, dass der Bundestrainer die richtigen Entscheidungen treffen wird.

"Ich denke, dass wir uns da auf seine Treffsicherheit bei Entscheidungen wieder verlassen können", erklärt Lehmann.

Asienreise als Chance?

Doch nun tut sich eine neue Chance für Lehmann auf. Die Asienreise der Nationalmannschaft steht an.

Löw muss bei der anstehenden Tour auf die beiden Torhüter Rene Adler und Tim Wiese verzichten, da diese mit ihren Klubs Leverkusen und Bremen im DFB-Pokal-Finale stehen (Asienreise wird zur sportlichen Farce) .

Auch Hannovers Robert Enke könnte ausfallen, sollte 96 in die Relegation müssen. Für diesen Fall müsste der DFB-Trainerstab mindestens zwei Torhüter nominieren, die momentan nicht zur engeren Auswahl gehören.

"Bei Bedarf auf mich zukommen"

Auch Schalkes Manuel Neuer steht nicht zur Verfügung, da er bei der U-21-Europameisterschaft spielt. Die Zahl der Kandidaten ist also stark eingeschränkt. Aus der Bundesliga bleibt eigentlich nur Dortmunds Roman Weidenfeller.

"Wenn die Nationalmannschaft Bedarf hat, einen Torwart wie mich auf diese Reise mitzunehmen, dann wird man auf mich zukommen", sagt Lehmann vielsagend.

Sein Alter bereitet ihm bei diesen Ambitionen kein Kopfzerbrechen, ganz im Gegenteil: "Ich bin 39 und fühle mich gut. Mein Körper ist besser als mit 32, 33."

"Besser als mit 25"

Die Gründe dafür sieht er in den modernen Trainingsmethoden und in seiner Erfahrung: "Das hat mit dem veränderten Training in England bei Arsenal und mit den amerikanischen Fittnesstrainern bei der Nationalmannschaft zu tun."

"Dass ich heute besser bin als mit 25, ist klar. Dafür habe ich zu viel gelernt, es wäre schlimm, wenn es nicht so wäre."

Ob er der beste Torwart in Deutschland ist, möchte Lehmann jedoch nicht beantworten: "Wer der beste Torwart in Deutschland ist, wird Jogi Löw zum gegebenen Zeitpunkt entscheiden."

Lehmann stärkt Klinsmann den Rücken

Lehmann ergriff außerdem Partei für Löw Vorgänger Jürgen Klinsmann, der bei Bayern nach wie vor umstritten ist.

"Wenn der Trainer immer wieder in Frage gestellt wird, fragt man sich als Spieler, ob die Verantwortlichen des Vereins überhaupt eine Philosophie haben", sagte Lehmann.

Unabhängig vom Saisonausgang sei es wichtig, "die Philosophie eines Trainers zu beurteilen" und "einen eingeschlagenen Weg nicht zu schnell zu verlassen", forderte Lehmann die Bayern-Bosse auf. Die hatten sich zuletzt mit öffentlichen Äußerungen zu Klinsmann stark zurückgehalten.

Mehr Zeit für Klinsmann gefordert

Manager Uli Hoeneß meinte nun im "kicker": "Ich will nichts schönreden, aber ich lasse mir eine ordentliche Saison nicht zu einer katastrophalen machen."

Immerhin haben die Bayern auf Rang zwei drei Punkte hinter dem Spitzenreiter VfL Wolfsburg bei sechs noch ausstehenden Spielen noch gute Chancen auf den 22. Meistertitel.

"Wenn man den Druck sieht, unter dem der Jürgen bei Bayern steht, dann ist es ihm auf jeden Fall zu gönnen", sagte Lehmann dazu: "Ich kann Jürgen als Trainer und als Mensch ganz gut beurteilen: Aus meiner Erfahrung sind solche Menschen immer erfolgreich - man muss ihnen nur die Zeit geben."

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