Weltmeister-Trainer Franz Beckenbauer hat 20 Jahre nach dem letzten WM-Titel einer deutschen Nationalmannschaft an die damals besonderen Umstände erinnert. "Wir wären fast an dieser Mauer gescheitert", sagte der Fußball-"Kaiser", der mit seiner Elf sechs Tage nach der Öffnung der Mauer das entscheidende Qualifikationsspiel gegen Wales in Köln mit 2:1 gewonnen hatte.

"Ich hatte die Aufgabe, die Mannschaft auf dieses wichtige Spiel vorzubereiten, aber plötzlich war von der Konzentration nichts mehr da", sagte Beckenbauer. Auch den Spielern um Rekordnationalspieler Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmann und Co. sei klar gewesen, dass "das andere wichtiger war" als Fußball.

Der Sieg gegen Wales, der die deutsche Elf zur Teilnahme an der WM in Italien berechtigte, sei daher nur "mit Ach und Krach gelungen, und ein paar Monate später waren wir Weltmeister".

Im Zuge der Feierlichkeiten zum 20. Geburtstag der "deutschen Fußball-Einheit" lobte Beckenbauer auch die schnelle Integration der Profis aus dem Osten in die gesamtdeutsche Mannschaft: "Schon 1994 bei der Weltmeisterschaft waren mehr Spieler aus dem Osten als aus dem Westen dabei", erinnerte sich der 65-Jährige. Dutzende seien "Weltklassespieler" gewesen und hätten zur "Stärke der Nationalmannschaft" beigetragen. Die politische Entwicklung sei für Deutschland sowieso "ein Geschenk des Himmels gewesen", so Beckenbauer weiter.

Zum Jahrestag der "Fußball-Einheit" tritt die WM-Mannschaft von 1990 am Samstag (20. November) in Leipzig zu einem Spiel gegen die damaligen `Ostlegenden" an. Unter anderem Matthäus, Klinsmann und Guido Buchwald spielen gegen Thomas Doll, Ulf Kirsten und Andreas Thom.

Am 21. November 1990 war der zuvor aufgelöste DDR-Fußballverband in Leipzig dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) beigetreten.

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