DFB-Präsident Theo Zwanziger wehrt sich gegen die Kritik von Karl-Heinz Rummenigge und wirft dem Vorstandsboss vom deutschen Rekordmeister Bayern München Populismus vor.

Rummenigge hatte wie zuvor schon Bayern-Präsident Uli Hoeneß dem DFB-Boss am Montag eine zu große Nähe zu FIFA-Präsident Joseph S. Blatter unterstellt.

"Als Blitzableiter gebe ich mich nicht her. In Deutschland wird man wohl nur gefeiert, wenn man Blatter kritisiert. Aber was erreicht man dadurch? Nichts! Ich möchte sehr wohl in der FIFA einiges verändern und demokratisieren, wie es auch Rummenigge fordert. So steht es in meinem Fünf-Punkte-Plan. Der lässt sich jedoch nur mit Blatter umsetzen. Und daran arbeite ich bereits intensiv", sagte Zwanziger der "Bild".

Rummenigge hatte die FIFA als "Korruptionsstadl" gegeißelt und die Rolle von Zwanziger im Exekutivkomitee des Weltverbandes hinterfragt.

Der Jurist aus Altendiez forderte indes von Rummenigge, die Vorwürfe gegen Blatter und die FIFA mit handfesten Beweisen zu untermauern. "Rummenigge scheint ja auch Beweise dafür zu haben, wie er sagt. Dann soll er doch bitteschön diese Beweise auf den Tisch legen. Oder werden hier nur allgemeine Verdächtigungen eingesetzt, weil es so schön in das allgemeine Stimmungsbild passt?", sagte Zwanziger.

Nach Aussage von Zwanziger müsse der deutsche Fußball erkennen, "dass wir eine Chance haben, etwas zu verändern. Aber wenn er das nicht erkennt und ständig quer geschossen wird, haben wir auch keine Chance."

Trotz der Kritik von Hoeneß und Rummenigge denkt der DFB-Präsident aber noch nicht an einen Rücktritt aus dem FIFA-Exekutivkomitee. "Aktuell sicher nicht. Es muss aber in naher Zukunft für den deutschen Fußball insgesamt und besonders für unsere Klubs klar werden, was man dort eigentlich will: Mit der aktuellen Führung der FIFA notwendige Reformen angehen oder Feindbilder pflegen", sagte Zwanziger.

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