Ex-Nationalspieler Christian Wörns hat nach dem EM-Aus der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gegen Italien (1:2) ein Mentalitätsproblem im deutschen Team ausgemacht.
"Mir hat vor allem in der ersten Halbzeit die Siegermentalität gefehlt. Sami Khedira hat noch am ehesten versucht, das Spiel an sich zu reißen. Der eine oder andere hat aber nicht die Leistung abgerufen, die er drauf hat", sagte der 40-Jährige im Interview mit dem "Mannheimer Morgen"(Samstag-Ausgabe):
"Wir haben zurzeit keine Effenbergs, Sammers oder Kahns. Es fehlen richtige Persönlichkeiten."
Wörns sieht ein gesellschaftliches Problem als Ursache. "Ich weiß, dass das viele nicht gerne hören, aber mir gefällt die deutsche Gleichmacherei nicht", sagte Wörns.
Auf Nachfrage erklärte er: "Das ist keine Kritik an der Nachwuchsförderung des DFB, sondern ein gesellschaftliches Problem. Junge Menschen, die vielleicht etwas schwierig sind, werden schnell abgestempelt. Du kannst zwar keine zehn Balotellis in einer Mannschaft gebrauchen, weil dann ständig Feuer in der Kabine wäre, aber ein bisschen Reibung untereinander schadet nicht."
