Bundestrainer Joachim Löw hat den Fall Kevin Pezzoni mit Unbehagen zur Kenntnis genommen. "Es ist inakzeptabel, dass so etwas passieren kann", sagte Löw nach der Ankunft der deutschen Nationalmannschaft in der Sportschule Barsinghausen.

"Da muss man sich ernsthafte Gedanken machen, wie man so etwas in Zukunft vermeidet", fügte Löw hinzu.

Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff bestätigte, dass die Entwicklung auch den DFB beunruhige:

"Ich selbst kenne solche Situationen aus meiner Zeit in Italien. Das sind keine Fans, sondern Kriminelle, die man weiter beobachten und aus dem Verkehr ziehen muss. Es wird kein leichtes Unterfangen. Wir dürfen das Thema nicht bagatellisieren, sondern müssen gemeinsam dagegen angehen. So etwas wollen wir nicht sehen. Das hat mit dem Fußball nichts zu tun."

Andre Schürrle zeigte sich erschrocken:

"Wenn man so weit getrieben wird, solche Notfallmaßnahmen zu ergreifen, ist das sicher nicht Sinn der Sache", sagte Nationalspieler von Bayer Leverkusen und Torhüter Ron-Robert Zieler ergänzte:

"Gegenseitiger Respekt spielt eine große Rolle, und der ist in diesem Fall nicht gegeben. Man sieht, dass es immer aggresivere Ausmaße annimmt, die man schnellstens stoppen muss."

Pezzoni, Abwehrspieler des Bundesliga-Absteigers 1. FC Köln, hatte um Auflösung seines Vertrages gebeten, nachdem er vor seiner Haustür und im Internet von FC-Hooligans bedroht worden war.

Die deutsche Nationalelf startet am Freitag in Hannover gegen die Färöer in die WM-Qualifikation.

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