Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat Bundestrainer Joachim Löw gegen die zuletzt aufgekommene Kritik energisch verteidigt.
"Jeder mischt sich bei allen Dingen ein. Jeder kann seine Meinung sagen, aber irgendwann reicht es auch", sagte Matthäus am Rande des "Jahrhundertspiels" zwischen einer Auswahl ehemaliger deutscher Nationalspieler gegen Italien (4:5 i.E.).
"Jeder Trainer hat sein eigenes Konzept und seinen eigenen Führungsstil. Wir sollten alle nicht immer mit dem Finger auf jemanden zeigen und ihm sagen, was er zu tun und zu lassen hat", meinte der Weltmeister von 1990 weiter:
"Vor drei Wochen habe ich auf dem Trikot der Bundesligisten einen schönen Slogan gesehen: 'Geh deinen Weg.' Also sollten wir doch jeden seinen Weg gehen lassen, ohne uns einzumischen."
Matthäus lobte insgesamt die Entwicklung der Nationalelf in den vergangenen Jahren, übte aber auch Kritik an den fehlenden Titeln.
"Wir haben eine tolle Zukunft, weil wir geile Spieler haben, an denen wir noch viel Freude haben werden. Die Mannschaft hat in den letzten Jahren hervorragenden, attraktiven Fußball gespielt. Aber große Fußballer werden an internationalen Titeln und eine deutsche Mannschaft immer an Platz eins gemessen", erklärte er:
"Und als es bei der EM gegen Italien drauf angekommen ist, haben wir aus verschiedenen Gründen nicht gewonnen. Und davor sind wir zwei Mal an der Übermannschaft Spanien gescheitert."
Auch für die WM 2014 in Brasilien ist der 150-malige Nationalspieler vorsichtig: "Es wird nicht einfacher. Spanien ist immer noch dabei. Und die Südamerikaner werden in Brasilien besonders motiviert sein."
SPORT1-Experte Olaf Thon, gemeinsam mit Matthäus Weltmeister 1990, übte derweil auch leise Kritik an Joachim Löw. Außenverteidiger Marcel Schmelzer habe nach "ein bisschen unbedachten Äußerungen des Bundestrainers" mit einer starken Leistung beim 6:1 in Irland "die richtige Antwort gegeben".
Allerdings erklärte Thon auch: "Ich fand die Äußerungen auch nicht wirklich schlimm. Ein Bundestrainer muss auch mal Tacheles reden."
