Franz Beckenbauer hat jegliche Kenntnis von einem möglichen Rauswurf des damaligen Nationaltrainers Jürgen Klinsmann während der WM 2006 von sich gewiesen.

"Ich habe auch gelesen, dass es da einen Plan B gegeben hätte, aber ich kann mich nicht daran erinnern", sagte der Präsident des WM-Organisationskomitees am Mittwoch in Frankfurt/Main.

Der ehemalige Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Theo Zwanziger hatte in seiner Autobiographie zugegeben, dass der DFB nach der 1:4-Länderspielniederlage im März 2006 in Italien einen Plan B in der Tasche gehabt hatte: Matthias Sammer hätte als Bundestrainer die Nationalmannschaft übernommen und damit die Nachfolge Klinsmanns angetreten.

Von diesem Plan hätten laut Zwanziger nur vier Leute gewusst: Horst R. Schmidt, Franz Beckenbauer, Wolfgang Niersbach und er selbst.

Davon will Beckenbauer nichts wissen: "Natürlich haben wir uns bei Sitzungen oft getroffen und uns ausgetauscht", sagte der Ehrenpräsident von Rekordmeister Bayern München: "Aber dass die Absicht bestand, den Trainer während der WM auszutauschen - daran kann ich mich nicht erinnern."

Einzig im Laufe der Diskussion um den damaligen Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters, den Klinsmann als DFB-Sportdirektor installieren wollte, habe es Überlegungen mit Sammer als Notlösung gegeben.

"Da hat das Präsidium nicht mitgespielt und dann war schon die Frage da, was passiert, wenn der Jürgen entsprechend reagiert und sagt: 'Ihr könnt euren Mist alleine machen'", sagte Beckenbauer: "Dass dann der Name Sammer gefallen ist, kann sein."

Anstelle von Peters machte der DFB anschließend Sammer zum Sportdirektor, Klinsmann führte die Nationalmannschaft bis ins Halbfinale der Heim-WM.