Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff hat die Diskussion um das Mitsingen der Nationalhymne und vor allem die damit in Verbindung gebrachte angeblich fehlende Motivation kritisiert.

Im SPORT1-Interview sagte der 44-Jährige: "Mich ärgert weniger die Tatsache, dass es einige schön fänden, wenn alle Spieler mitsingen würden. Mich ärgert allerdings, dass man aus dem Nichtsingen fehlenden Einsatz und fehlendes Bekenntnis folgert."

Und fügte an: "Gerade solche Spieler mit Migrationshintergrund haben sich doch aber bekannt, weil sie - womöglich trotz familiärem Druck - sich ganz bewusst dafür entschieden haben, für Deutschland zu spielen."

Auf die Frage nach der Kritik an der Mentalität der Nationalspieler, die dem Nationalteam nach dem vorzeitigen EM-Aus vorgeworfen wurde, antwortete Bierhoff: "Diese Diskussion wird teilweise sehr populistisch geführt. Man muss doch erkennen, dass sich die Generationen verändern und damit unter anderem auch der Umgang mit Hierarchien. Nicht nur im Fußball, sondern auch in der Wirtschaft kommen viele bereits jünger als früher an die Spitze."

Ein Führungsspielerproblem sieht der ehemalige Bundesliga-Stürmer nicht.

"Mit den sogenannten Führungsspielern, die bei diesem Thema immer als Beispiel herangezogen werden, habe ich teilweise selbst noch gespielt. Ich habe die nie gespürt und nie gehört. Das ist eine Verklärung der Vergangenheit", sagte Bierhoff.

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