Bundestrainer Joachim Löw warnt mit Blick auf den Weg zur WM 2014 vor Leichtfertigkeit. "Die Qualifikationsrunde ist kein Selbstläufer", stellte er auf "dfb.de" klar: "Nicht nur die Schweden, auch Österreich und Irland können Fußball spielen. Und ich habe auch großen Respekt vor den Anstrengungen in Kasachstan und auf den Färöern."

Klar sei aber auch, "dass wir das Selbstbewusstsein haben, um den Anspruch zu formulieren, dass wir diese Gruppe gewinnen wollen".

Seinen Auftrag als Bundestrainer sehe er vor allem darin, die spielerischen Möglichkeiten der Mannschaft voll auszuschöpfen. "Ich ziehe eine große Befriedigung daraus, wenn ich sehe, dass dies gelingt", sagte Löw: "Wenn wir 2014 den WM-Titel nicht gewinnen, werden wir enttäuscht sein, es heißt aber nicht zwangsläufig, dass wir dann enttäuscht haben müssen."

Prinzipiell könne es keine Garantie auf Titel geben, Erwartungen seien an der Realität zu orientieren, "nicht an Hoffnungen und Träumen. Die Spanier haben Jahrzehnte auf den Titel hingearbeitet, Argentinien ist 1986 zum letzten Mal Weltmeister geworden. Ich finde, dass wir Deutschen gut daran tun, auch die Leistungen anderer Nationen zu respektieren. Jeder Gegner verdient Respekt."

Das Jahr 2012 sieht Löw im Rückblick keinesfalls als das bisher schwierigste seiner Amtszeit an. "Schwierig waren die Tage und Wochen, nachdem sich Robert Enke das Leben genommen hatte. Ich kann das schon alles recht gut einordnen", sagte Löw.

Allerdings habe er nach dem 1:2 gegen Italien im Halbfinale der EM in Polen und der Ukraine eine gewisse Distanz gebraucht, "um die Dinge zu verarbeiten. Nach der EM habe ich dann schnell wieder gespürt, wie groß die Motivation, die Lust in mir ist. Zumal der DFB mit seinem Präsidenten Wolfgang Niersbach komplett hinter mir steht. Die Arbeit mit der Mannschaft, dem Trainerteam und den Betreuern macht mir unverändert großen Spaß. Deshalb freue ich mich auf die nächsten Monate."

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