Ist der FC Bayern besser als Deutschland? Nein, sagt Joachim Löw.

Der Bundestrainer hat Aussagen von Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer zurückgewiesen, wonach sich der Rekordmeister im Champions-League-Spiel gegen Juventus Turin besser angestellt habe als die Nationalmannschaft beim EM-Aus im Halbfinale 2012 gegen Italien (1:2).

"Man kann das EM-Halbfinale und das Champions-League-Spiel nicht vergleichen. Schon wegen der unterschiedlichen Besetzung", sagte Löw der "Bild"-Zeitung.

Zwar standen am 28. Juni 2012 in Warschau bei der EURO acht Bayern-Profis und sechs Juve-Spieler auf dem Platz, doch, so betonte Löw: "Die italienischen Nationalspieler Balotelli und Cassano zum Beispiel sind gar nicht bei Juventus. Und Pirlo hatte diesmal einen selten schwachen Tag. Aber der FC Bayern hat es auch sehr gut gelöst."

Sammer hatte nach dem 2:0 der Münchner im Viertelfinal-Hinspiel gesagt:

"Das, was uns ein bisschen kaputt gemacht hat beim Spiel gegen Italien im Halbfinale 2012 war in Spielzügen ja die gleiche Strategie von Juve - und wir haben es besser verteidigt, inklusive Pirlo weggenommen."

Am Donnerstag wies er jedoch darauf hin, dass er "überhaupt niemanden miteinander verglichen" habe.

"Es so darzustellen, als hätte ich die Nationalmannschaft kritisiert, ist Krawall", sagte Sammer.

Er habe lediglich das Spiel "taktisch analysiert und gesehen, dass die Spielanlage, das Aufbauspiel, wie es Juve gespielt hat, mir in der Form das letzte Mal im EM-Halbfinale bei den Italienern begegnet ist".

Aber, betonte Sammer: "Ein Vergleich ist unzulässig! Ich habe nie gesagt: Wir haben es besser oder schlechter gemacht." In einem kurzen Telefonat habe er dies Löw erklärt. "Mein Eindruck war der eines vollständigen Verständnisses von seiner Seite."

DFB-Sportdirektor Robin Dutt argumentierte in der Münchner "tz" wie Löw.

"Ich würde nur sehr ungern die eine sehr gute Mannschaft, also die Bayern, gegen die andere sehr gute Mannschaft, also die Nationalmannschaft, aufwiegen - weil das doch ein Vergleich ist, der unrealistisch ist", sagte er.

Klubs hätten "immer die Möglichkeit, eine Weltauswahl zu sein" - anders als eine nationale Auswahl.

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