Giselher Spitzer, der Mitautor der heiß diskutierten Doping-Studie hat bei SPORT1 scharfe Kritik am Deutschen Fußball-Bund geübt.

Der DFB habe gar kein Interesse an Aufklärung im Anti-Doping-Kampf.

"Der Deutsche Fußball-Bund hat uns bis zuletzt keinen Zugang zum Archiv gewährt. Ich fordere nach wie vor diese zu öffnen", sagte er.

Spitzer ist sich sicher, dass auch im Fußball gedopt werde.

"Man darf der Propaganda einer Sportart nicht aufsitzen. In der DDR gehörte Doping im Fußball dazu. Warum sollte das nach 1990 anders sein?"

Der DFB müsse die Zahl seiner Dopingkontrollen erhöhen.

"Je mehr Kontrollen, desto glaubwürdiger ist eine Sportart", ist er sich sicher.

Auch Tim Meyer, zuletzt heftig in die Kritik geratener Chef-Mediziner der deutschen Nationalmannschaft, hält Doping im Fußball für möglich.

"Kein Mensch, der sich ernsthaft beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) mit Doping auseinandersetzt, würde behaupten, der Fußball sei gänzlich frei von Doping. Auch ich nicht", sagte Meyer im Gespräch mit der "Zeit".

Seine Einschätzung stützt Meyer auf das Wirkungspotenzial verbotener Substanzen.

Demnach bewirke Doping zwar weniger als in einfach aufgebauten Sportarten im reinen Ausdauer- oder Kraftbereich, "selbstverständlich bringt Doping aber auch im Fußball etwas"

Meyer, der die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw auch bei der WM in Brasilien begleiten wird, war zuletzt durch eine von ihm mit initiierte vier Jahre alte Studie unter Fußballern in den deutschen Profiligen in die Bredouille geraten.

Laut "Spiegel online" brachten dabei während der Saison 2008/09 bei 532 Spielern entnommene Blutproben deutlich erhöhte Hämoglobin- und Hämatokritwerte hervor.

Während Meyer die Befunde verteidigte ("Wenn man große Stichproben hat, sind extreme Werte nicht zu vermeiden und keineswegs als Dopingfolge zu interpretieren"), bezeichneten andere Experten die Zahlen zumindest als "kontrollbedürftig" und "nachprüfungswürdig".

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