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Sami Khedira (r.) kam gegen Kamerun von Beginn an zum Einsatz © getty

Nationalspieler Sami Khedira hat mit Blick auf die WM in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli) zu einer besseren Balance in der Nationalmannschaft gemahnt. "Nur mit Offensivfußball gewinnt man kein Turnier", sagte der Mittelfeldspieler von Real Madrid dem "Kicker".

Bei der WM 2010 in Südafrika sei die DFB-Elf "unheimlich kompakt" gewesen, "jeder hat mitverteidigt, das ist danach etwas verloren gegangen. Ich habe deshalb schon vor 2012 davor gewarnt, immer nur von unserem tollen Offensivfußball zu schwärmen."

Mit Offensivfußball hole "man vielleicht Sympathiepunkte, aber das ist längst nicht mehr unser Ziel", erklärte der 27-Jährige: "Unser Ziel ist, am Ende den Pokal in Händen zu halten."

Persönlich bezeichnete Khedira die Phase seit seinem Kreuzbandriss im November als "schwerste Zeit meiner Karriere". "Ich war top drauf und obenauf, und auf einmal wird dir alles unter den Füßen weggezogen. Das war brutal hart", sagte der 27-Jährige

Dass er wieder auf dem Platz steht, den Sprung in den WM-Kader geschafft hat und mit Real Madrid sogar die Champions League gewann, könne er "eigentlich noch nicht richtig greifen".

Die "Schinderei in der Reha" habe ihm im Nachhinein aber sogar "auch sehr viel Spaß gemacht" - und sie habe seinen Blick auf viele Dinge verändert: "Wenn man festgespielt ist, immer nur von Spiel zu Spiel und Erfolg zu Erfolg schaut, droht man das Zwischenmenschliche ein bisschen zu vergessen. Aus diesem Trott wurde ich rausgerissen."

In den Wochen unmittelbar nach der Verletzung sei die Erkenntnis gereift: "Okay, der Fußball ist Hauptbestandteil meines Lebens, aber er ist nicht alles im Leben."

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