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Wolfgang Niersbach (r.) will über die WM hinaus mit Joachim Löw zusammenarbeiten © getty

Kurz vor dem Abflug der deutschen Nationalmannschaft zur WM-Endrunde nach Brasilien hat DFB-Präsident Wolfgang Niersbach klargestellt, dass Joachim Löw seinen Vertrag beim DFB bis 2016 erfüllt und dem Bundestrainer unabhängig vom Turnierverlauf am Zuckerhut eine Jobgarantie gegeben.

"Wir haben den Vertrag mit Joachim Löw mit der klaren Absicht verlängert, dass er bis 2016 bleibt. Außer Miroslav Klose sehe ich keinen, der nach der WM seine Nationalmannschaftskarriere beendet. Unsere Mannschaft hat nach wie vor eine glänzende Perspektive, gerade auch für die EURO 2016", sagte der DFB-Präsident.

Löw selbst hatte bei der Pressekonferenz am Donnerstag angekündigt, bei einem Vorrundenaus wohl nicht weiter zu machen. "Wenn wir in der Vorrunde ausscheiden, wird es wahrscheinlich notwendig sein, dass es da auch irgendwie Veränderungen gibt", hatte Löw gesagt.

Ebenso wie die Fans erhofft sich aber auch Niersbach, dass die deutsche Mannschaft nach zuletzt zwei dritten Plätzen bei der Heim-WM 2006 sowie 2010 in Südafrika den nächsten Schritt macht.

Dies hänge aber von vielen Faktoren ab.

"Wir selbst haben mit guten Leistungen dazu beigetragen, dass wir zu den Topfavoriten zählen. Wir waren bei den beiden letzten Welt- und Europameisterschaften immer unter den letzten Vier. Um jetzt noch den letzten ersehnten Schritt zu gehen, muss am Ende alles zusammenkommen: Tagesform, das notwendige Glück, Schiedsrichterentscheidungen und so weiter", sagt der DFB-Boss.

Niersbach nennt Beispiele: "1990 und 1996 haben wir bei den Elfmeterschießen gegen England klar das Glück auf unserer Seite gehabt. Bei gleicher Leistung kann es sich bei einer solchen Fifty-Fifty-Entscheidung auch schnell mal drehen. Unsere Mannschaft besitzt aber unbestritten die Qualität, den Titel zu holen. Absoluter Topfavorit aber ist ohne jeden Zweifel Brasilien."

Wichtig sei es, am 16. Juni gegen Portugal erfolgreich in das Turnier zu starten.

"1990 war das 4:1 gegen den Mitfavoriten Jugoslawien wie eine Explosion. Dieses Spiel hat uns durch das ganze Turnier getragen, am Ende stand dann der dritte WM-Titel. 1982 in Spanien war es umgekehrt. Damals war ich noch Journalist und habe ein nie erwartetes 1:2 gegen Algerien miterlebt. Folge war eine Verkrampfung, die sich nie richtig auflöste, obwohl am Ende sogar der Einzug ins Finale gelang", erklärte der 63-Jährige.

Niersbach ist aber zuversichtlich, dass man in Salvador das erste Kapitel eines neuen Sommermärchens schreiben kann: "Gegen Portugal haben wir die letzten drei Turnierspiele gewonnen, was hoffentlich ein gutes Omen für den 16. Juni ist. Portugal ist nach meiner Einschätzung unser schwerster Gruppengegner."

Dass noch nicht alle Stammspieler fit sind, bereitet dem früheren Generalsekretär keine Bauchschmerzen, was er erneut mit einem Blick in die Vergangenheit erklärt: "Ähnliche Situationen hat es oft gegeben. 1986 vor der WM in Mexiko waren Rudi Völler, Pierre Littbarski und Karl-Heinz Rummenigge verletzt. Der einzige gesunde Stürmer war Klaus Allofs. Im Laufe des Turniers wurden dann alle gesund. Hätte die WM eine Woche länger gedauert, hätten wir das Finale gegen Argentinien womöglich sogar deutlich gewonnen", sagte Niersbach.

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