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Nach dem 1:0-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen die USA sehen die internationalen Medien die Bringschuld zur "Schande von Gijon" abgezahlt und bewundern die deutschen Tugenden.

Die amerikanischen Zeitungen freuen sich trotz der Niederlage über den WM-Achtelfinaleinzug.

1982 hatte Deutschland bei der WM in Spanien Österreich 1:0 geschlagen. Durch dieses Resultat erreichten beide Teams die nächste Runde. Nach der frühen Führung hatten beide Teams keine Ambitionen mehr, Tore zu schießen, sodass das Spiel als "Nichtangriffspakt von Gijon" in die Geschichte einging.

Auch am Donnerstag wären beide Teams mit einem Remis im Achtelfinale gewesen.

SPORT1 gibt einen Überblick über die internationalen Pressestimmen zum deutschen Spiel:

USA

New York Times: "Die USA dank der Hilfe von Portugal in der nächsten Runde. Deutschland schlägt die Vereinigten Staaten und gewinnt Gruppe G, aber die Amerikaner marschieren in die K.o.-Phase, nachdem Portugal Ghana mit 2:1 geschlagen hat."

Washington Post: "Gestolpert, aber weiter. Trotz einer 1:0-Niederlage gegen Deutschland im letzten Gruppenspiel marschieren die USA ins Achtelfinale. Freude in Brasilien und in der Heimat."

LA Times: "Die USA mit nur wenig Aufwand gegen Deutschland, aber im Achtelfinale. Sie wurden dominiert, dann feierten sie. Einer 0:1-Niederlage gegen Deutschland folgten High-Fives und Umarmungen der US-Spieler, die glücklich über ihren Einzug in die Runde der letzten 16 waren."

SPANIEN

Marca: "Deutschland gibt sich nie zufrieden. Die USA kommen weiter trotz der Niederlage. Deutschland schlägt die USA dank des vierten WM-Treffers von Müller. Es gab kein Unentschieden, so wie in den letzten Tagen gemunkelt wurde. Wie auch immer, die Konsequenzen waren am Ende die gleichen."

As: "Müller wäscht Deutschlands Namen nach 32 Jahren rein. Sein Tor entschied das Spiel, in dem die Deutschen überlegener waren. Er wird damit zum Jäger von Messi und Neymar mit ebenfalls vier Toren. Den USA wäre in der Nachspielzeit fast der Ausgleich gelungen. Deutschland setzte seinen Eisenfuß ins Achtelfinale und säuberte seinen Namen. Es gab keinen Nichtangriffspakt. Klose war nahe dran, seinen WM-Rekord zu verbessern."

Sport: "Deutschland und die USA, ab ins Achtelfinale. Müllers Tor brachte Deutschland den Sieg gegen die USA, was bedeutet, dass beide Mannschaften weiterkommen. Deutschland erfüllt die Prognosen und setzt sich mit dem einzigen Treffer von Müller gegen die USA durch. Es war ein deutscher Monolog, die USA waren nicht in der Lage, sich Torchancen gegen eine deutsche Mannschaft, die sehr seriös aufgetreten ist, zu erarbeiten."

El Mundo Deportivo: "Deutschland schlägt die USA, beide qualifizieren sich. Sowohl Deutsche wie Amerikaner kommen in einem Spiel weiter, das unter Verdacht stand. Deutschland besiegt die USA ganz souverän. Das deutsche Team hatte das Spiel immer unter perfekter Kontrolle. Es gab keine Absprache. Trotz der Niederlage gegen seinen Freund Löw zieht Klinsmann ins Achtelfinale ein. Es war ein Riesentor von Thomas Müller. Die USA hatten keine Argumente gegen ein dominantes Deutschland."

El Pais: "Die Deutschen sprechen das Resultat nicht wie vor 32 Jahren ab und schlagen die USA knapp. Zum Glück für den Fußball wurde zwischen Deutschland und den USA sauber gespielt. Die USA konnten erst durchatmen, als Cristiano Ronaldo gegen Ghana traf. Deutschland schuldete dem Fußball seine Ehre und zahlte seine Bringschuld."

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: "Deutschland siegt gegen Klinsmann, doch die USA können weitermachen. Technische und charakterliche Qualitäten, darunter das unbestreitbare Talent Müllers, der sein viertes WM-Tor feiert, treiben die deutsche Truppe voran."

Corriere dello Sport: "Deutschland schenkt den USA nichts, doch Obama feiert Klinsmanns Team, das trotz der Niederlage ins Achtelfinale gelangt. Deutschland schafft es als Nummer eins seiner Gruppe und bezeugt wieder einmal all seine Stärke gegen eine Mannschaft wie die USA, die entschlossen und hart kämpft."

Tuttosport: "Deutschland erobert den ersten Platz in seiner Gruppe nach einer neuen Kraftprobe im Duell gegen Klinsmanns USA, die nie wirklich resignieren und bis zuletzt um den Erfolg ringen. Auch wenn Klinsmann und sein Freund Löw einige Spieler gewechselt haben, ist die Struktur der beiden Mannschaften von Anfang an dieselbe geblieben."

Repubblica: "Thomas Müller entscheidet das Duell gegen die USA: Klinsmann und Löw haben alles getan, damit es zwischen ihren beiden Mannschaften nicht zu einem Remis kommt. Am Schluss siegt Deutschland, sie haben das Match dominiert. Doch die Partie zwischen den beiden Teams war ein echter Kampf mit einem mehr athletischen als technischen Fußball."

(WM 2014: Ergebnisse und Tabellen)

ENGLAND

The Times: "Freude im US-Team trotz Müllers Magie. Wieder einmal schaffte es Deutschland, ein 1:0 über die Zeit zu bringen, als es nötig war."

Daily Mail: "Air Force 1:0. Barack Obama sieht die WM-Niederlage der USA gegen Deutschland im Präsidenten-Flugzeug. Zwölf glückliche Deutsche... US-Trainer Klinsmann führt die USA trotz Niederlage ins Achtelfinale."

Daily Mirror: "Deutschland schlägt die USA: Beide Seiten gehen sicher in die K.o.-Phase der WM."

The Guardian: "Klinsmann bejubelt "bemerkenswerten" Müller. US-Coach Klinsmann lobt Deutschlands Thomas Müller nach seinem vierten Tor des Turniers."

FRANKREICH

L'Equipe: "Deutschland hat das Spiel gespielt. Obwohl beiden Mannschaften ein Unentschieden gereicht hätte, hat Deutschland alles getan, um zu gewinnen. 32 Jahre nach dem Match der Schande zwischen Deutschland und Österreich hat die Bande um Joachim Löw Rummenigge, Schumacher und Konsorten nicht imitiert."

Le Parisen: "Das Tor von Müller war die einzige Sternschnuppe in einem Spiel, dem es an Torgelegenheiten mangelte."

Le Monde: "Deutsche und Amerikaner singen im Regen. Es herrschte "Fritz Walter-Wetter" würden die Deutschen sagen in Anspielung auf den Kapitän, der ihnen "das Wunder von Bern" beschert hat. Es herrschten also ideale Voraussetzungen für ein Kampfspiel, und wer den Deutschen unterstellt hatte, die "Schande von Gijon" zu wiederholen, tat ihnen bitteres Unrecht - zumal sich die Amerikaner mit ihrem Sportsgeist nie auf solch einen Deal eingelassen hätten."

Le Figaro: "Deutschland lacht, die USA auch. Ein Spiel, zwei Sieger. Ein glückliches Ende für die Männer um Jürgen Klinsmann, die dem deutschen Druck nichts entgegenzusetzen hatten."

Ouest France: "Unter schwierigen Bedingungen, bei strömendem Regen und einem durchtränkten Rasen hat Deutschland gegen selten gefährliche Amerikaner das Spiel taktisch dominiert. Indem Deutschland von Beginn an beherzt angriff, hat es alle Befürchtungen um ein eventuelles Arrangement zerstreut."

NIEDERLANDE

AD: "Vereinigte Staaten trotz Niederlage weiter - die deutschen Trainer hatten vor dem Spiel vehement bestritten, auf ein Remis aus zu sein. Von Anfang an sah es nicht so aus, als hätten sie gelogen."

De Telegraaf: "Müller macht es für Deutschland - auch die Vereinigten Staaten sind in der zweiten Runde. Vorher wurde über ein mögliches Salonremis zwischen Deutschland und den USA gesprochen, aber das schien überhaupt nicht notwendig gewesen zu sein. Weil Portugal und Ghana sich wenig gönnten, reichte den USA eine kleine Niederlage (0:1), um das Achtelfinale zu erreichen."

NRC Handelsblad: "Gespielt. Deutschland und USA weiter, Portugal fährt trotz Sieg nach Hause - Amerikaner bleiben vor Ronaldo und Co. in der Tordifferenz."

Hier gibt es alles zum DFB-Team

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