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DER NATIONALMANNSCHAFTSMANAGER: Seit zehn Jahren ist Oliver Bierhoff nun schon als Teammanager der deutschen Nationalelf tätig. Der Doppeltorschütze des mit 2:1 gewonnenen EM-Finals von 1996 fungiert als Mittler zwischen Bundestrainer und DFB-Präsidium, vor allem die immer erfolgreichere Vermarktung der Nationalmannschaft als Werbeträger gilt als sein Werk
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Für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) wird die WM in Brasilien unabhängig vom weiteren sportlichen Verlauf keinesfalls zu einem Verlustgeschäft.

Mit dem Erreichen des Halbfinales am Dienstag (22.00 Uhr) gegen Gastgeber Brasilien hat der DFB eine Prämie von 20 Millionen Dollar (14,7 Millionen Euro) für Platz vier vom Weltverband FIFA sicher. Dazu kommen 1,5 Millionen Dollar (1,1) für die Vorbereitung. (WM 2014: Alle Ergebnisse)

Das Halbfinale soll für die deutsche Mannschaft aber nicht das Ende der sportlichen Reise sein. Für den vierten WM-Titel würde der Verband von der FIFA 35 Millionen Dollar (25,75 Millionen Euro) kassieren.

Der unterlegene Finalist erhält 25 Millionen Dollar (18,4), der Gewinner des Spiels um Platz drei 22 Millionen Dollar (16, 2). Insgesamt schüttet die FIFA 576 Millionen Dollar (423 Millionen Euro) bei der WM aus, das sind 37 Prozent mehr als beim Turnier vor vier Jahren in Südafrika.

Oliver Bierhoff hatte sich vor der WM-Endrunde in Brasilien zu Kosten und möglichen Überschüssen geäußert. "Bis zum Achtelfinale ist die WM für uns ein Verlustgeschäft", sagte der Nationalmannschafts-Manager dem Wirtschaftsmagazin Capital. Er verwies auf die hohen Kosten für die Vorbereitung und die Hotels an den Spielorten.

"Was unsere Organisation angeht, ist das die aufwendigste WM, die wir je hatten", sagte der 46-Jährige. Bis zu 22 Millionen Euro könnte den DFB das WM-Unternehmen kosten.

Bei der Weltmeisterschaft vor vier Jahren in Südafrika, als Deutschland Dritter wurde, lag der Gewinn bei 3,8 Millionen Euro. Überschüsse bei Turnieren werden zwischen dem DFB und den deutschen Profivereinen geteilt.

Positiv würde sich ein WM-Titel für den DFB auch auf die Verhandlungen mit seinen Sponsoren auswirken. Viele Verträge würden 2018 auslaufen, auch die der beiden Großsponsoren adidas und Mercedes-Benz, "insofern hat man da neue Möglichkeiten", führte Bierhoff aus.

Der DFB kassiert derzeit jährlich von seinen Sponsoren knapp 60 Millionen Euro. Hinzu kommen gut 40 Millionen durch TV-Rechte und Ticketerlöse.

Die deutschen Spieler sicherten sich durch den Halbfinaleinzug eine DFB-Prämie von jeweils 100.000 Euro. Bei einem Einzug ins Finale würde der Betrag auf 150.000 Euro aufgestockt, für den Titel würde der DFB jedem Spieler des 23-köpfigen Kaders die Rekordprämie von 300.000 Euro auszahlen.

Die Prämien des Trainerteams um Joachim Löw sind nicht bekannt, dürften sich aber in einem ähnlichen Rahmen bewegen.

Hier gibt es alles zur WM 2014

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