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Schwere Zeiten beim SCP: Jovan Damjanovic (r.) und Präsident Peter Evers © getty

Und das im Aufstiegskampf: Der Trainer wird gefeuert, gegen den Präsidenten ermitttelt der Staatsanwalt. Und die Verfolger ziehen vorbei.

Leipzig - Der SC Paderborn war als Top-Favorit in die Premieren-Saison der Dritten Liga gestartet, zwei Spieltage vor Saisonende regiert bei den Ostwestfalen aber nur noch das Chaos.

Trainer Pawel Dotschev wurde nach zuletzt nur zwei Siegen aus zehn Spielen vor die Tür gesetzt (zum Artikel: Paderborn feuert Dotchev), und die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Klub-Boss Peter Evers.

Die Verfolger SpVgg Unterhaching und Fortuna Düsseldorf nutzten die Gunst der Stunde und verdrängten den SCP auf Platz vier.

"Der Präsident soll ausfallend und tätlich geworden sein. Wir ermitteln wegen Körperverletzung, Beleidigung und Nötigung", sagte Oberstaatsanwalt Horst Rürup dem "Westfalen-Blatt".

Schlug der Präsident zu?

Evers soll am Dienstag beim 0:2 gegen Werder Bremen II zugelangt haben. Der Präsident soll sich mit einem Bremer Betreuer gezofft und zuvor bereits das Schiedsrichter-Gespann verbal attackiert haben.

Evers bezeichnet das als "Quatsch und dummes Zeug" und meint: "Wir haben uns nett unterhalten, da ledert ein Uli Hoeneß nach dem Abpfiff schon mal mehr los." Ermittelt wird dennoch.

Zudem wird dem erst zwei Wochen amtierenden Evers Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vorgeworfen. Am 6. Mai stand das Finanzamt für Steuerstrafsachen bei den Ostwestfalen vor der Tür und verlangte von Evers im Rahmen einer Betriebsprüfung Unterlagen.

"Keine Handgreiflichkeiten"

Das lief offenbar nicht ganz reibungslos ab. "Es kam zu keinen Handgreiflichkeiten", sagt Evers. "Ich habe den Beamten nur verbal sehr deutlich gemacht, dass der Fanshop nicht Gegenstand des Vereins ist."

Sportlich soll nun Interimstrainer Andre Schubert die Kohlen aus dem Feuer holen.

Als Vierter hat der SCP mit 62 Punkten einen Punkt Rückstand auf den von Düsseldorf belegten Relegationsrang drei und einen weiteren auf Unterhaching. (zum Spielbericht: Haching und Fortuna nutzen Paderborns Patzer)

Sondertrainingscamp für den Aufstieg

Vor dem Spiel gegen Abstiegskandidat Wacker Burghausen (Sa., 13.30 Uhr LIVESCORES) will Schubert das Team in einem Sondertrainingscamp auf die Mission Aufstieg einschwören. Schwer genug wird es ohnehin, denn die direkten Konkurrenten treten ebenfalls nur noch gegen Abstiegskandidaten an.

Unterhaching reist nach dem 2:0 gegen Eintracht Braunschweig zu Carl Zeiss Jena und trifft schließlich den VfR Aalen.

Trainer Ralph Hasenhüttl gibt sich betont locker: "Wir wollen die zwei Spiele ordentlich über die Bühne bringen und dann schauen wir mal, was dabei rauskommt."

Auch Fortuna träumt von Liga zwei

Düsseldorf ließ gegen Carl Zeiss Jena viele Großchancen aus, träumt aber dank des 1:0 weiterhin von der Rückkehr in die Zweiten Bundesliga. Die Fortuna reist am Samstag nach Aalen und hat am letzten Spieltag gegen Werder II Heimrecht.

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