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Die Anhänger von Fortuna Düsseldorf sind schon Champions League reif © getty

Der Aufstieg ist für die Fortuna in greifbarer Nähe, doch auch die Konkurrenten aus Haching und Paderborn rechnen sich Chancen aus.

München - Der Champagner steht kalt, die Euphorie ist riesengroß, die Stadt ein rot-weißes Fahnenmeer: Am Ende einer zehnjährigen Odyssee durch die Niederungen des deutschen Fußballs träumt ganz Düsseldorf vom Zweitliga-Aufstieg.

"Der Klub stand am Abgrund, jetzt können wir wiederkommen. Der Aufstieg wäre Wahnsinn. Fortuna ist ein schlafender Riese", sagte Ex-Nationalspieler Thomas Allofs vor dem entscheidenden Spiel gegen Werder Bremen II.

Ein Sieg am Samstag (ab 13.15 Uhr LIVE) würde dem langjährigen Bundesligisten zum direkten Aufstieg genügen (Fortuna hat alle Trümpfe in der Hand).

Zuschauer-Rekord geschafft

Die 51.000 Eintrittskarten für das wichtigste Spiel der jüngeren Vereinsgeschichte sind verkauft, der Zuschauerrekord für ein Drittligaspiel ist geknackt, Stadt und Fans rüsten sich für die Aufstiegsparty.

"Wir haben die Möglichkeit, die Rückkehr in die zweite Liga zu packen. Das wollen wir unbedingt", sagte Trainer Norbert Meier (SPIELBERICHT: Fortuna vor Aufstieg - Haching patzt).

Duell der Brüder

Thomas Allofs versuchte sogar, ein gutes Wort bei seinem großen Bruder Klaus einzulegen. "Wir haben telefoniert, aber die Bremer wollen natürlich nicht absteigen. Es wird schwer."

Klaus Allofs, Sportdirektor bei Werder, drückt aber dennoch ein wenig Fortuna die Daumen.

"Ich habe immer noch eine enge Beziehung zur Fortuna und wünsche ihr den Aufstieg", sagte der Europameister von 1980 nach dem UEFA-Cup-Finale in Istanbul.

Das Ende des Leidensweg naht

Der frühere Nationalspieler Gerd Zewe, der mit den Allofs-Brüdern 1979 im Europapokalfinale gegen den FC Barcelona (3:4 n.V.) stand, wird "wie bei jedem Heimspiel" auf der Tribüne sitzen.

In seinen Worten spiegelt sich die Angst vieler Fans: "Die Mannschaft muss mit großer Emotion und unbedingtem Siegeswillen in das Spiel gehen. Sollte dies noch in die Hose gehen, würden wir in ein tiefes Loch fallen. Ich habe viel gelitten die letzten Jahre."

Verfolger sitzen im Nacken

66 Punkte weist Fortuna als Tabellenzweiter auf, ein Unentschieden würde zum Sprung in die Relegation ausreichen ("Mit Händen und Füßen" Rang zwei verteidigen).

Die Verfolger SC Paderborn (65) und SpVgg Unterhaching (64) aber haben noch nicht aufgegeben. 600 Fans begleiten Paderborn zum Spiel bei den Stuttgarter Kickers, Haching erwartet einen guten Besuch gegen den VfR Aalen. "Wir alle glauben noch daran", sagte Mittelfeldspieler Timo Nagy (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Trainer Ralph Hasenhüttl gab sich zurückhaltend: "Ob es etwas zu feiern gibt, weiß allein der liebe Gott. Wenn wir nicht gewinnen, haben wir sowieso keine Chance."

Großinvestor für die Fortuna gesucht

Düsseldorf befindet sich nicht nur sportlich in richtungweisenden Wochen. Am Donnerstag stand ein erstes Informationsgespräch zwischen Fortuna-Präsident Peter Frymuth und dem Frankfurter Geschäftsmann Daniel Jammer an, der eventuell eine größere Summe in den finanziell klammen Verein investieren könnte. Die Parteien vertagten sich zunächst ergebnislos.

Für Gerd Zewe liegt in der Person Jammer eine große Chance. "Was gibt es für bessere Voraussetzungen? Das Stadion ist reif für die Champions League, das Fanpotenzial ist riesig. Hätte ich Geld, ich würde in die Fortuna investieren."

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