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Mehmet Scholl wechselte 1992 vom Karlsruher SC zum FC Bayern München © getty

Mehmet Scholl übernimmt den Trainerposten von Hermann Gerland. Ihm macht's "Spaß". Uli Hoeneß ist zuversichtlich, dass es klappt.

München - Mehmet Scholl tritt die Nachfolge von Hermann Gerland als Trainer bei Bayern München II an.

Der ehemalige Profi des deutschen Rekordmeisters übernimmt den Drittligisten in der kommenden Spielzeit.

In den letzten fünf Spielen der vergangenen Saison hatte er den "Tiger" bereits erfolgreich (drei Unentschieden, zwei Siege) vertreten.

"Mir wurde berichtet, dass es sehr gut gelaufen ist, dass er mit großem Eifer bei der Sache war. Ich bin sehr zuversichtlich, dass das mit Scholl klappt", sagte Manager Uli Hoeneß der "Abendzeitung".

Die A-Lizenz ist schon geplant

Bereits am Mittwoch war in einem abschließenden Gespräch mit Scholl die künftige Aufgabe des Europameisters, Champions-League-Siegers und achtmaligen deutschen Meisters festgezurrt worden.

Gerland, der am Donnerstag seinen 55. Geburtstag feierte, arbeitet fortan als Co-Trainer des neuen Chefcoaches Louis van Gaal bei den Profis.

Bislang hat der einstige Teenie-Schwarm Scholl nur die B-Lizenz. Für den dreiwöchigen A-Lizenz-Lehrgang des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat sich der 38-Jährige aber bereits angemeldet.

Der Trainingsauftakt bei Bayern II ist für den 19. Juni geplant.

Gerd Müller als Assistent

Dass Scholl das Traineramt nach der erfolgreichen Interimsphase gerne dauerhaft übernehmen würde, hatte er bereits frühzeitig signalisiert.

"Bisher hat es mir viel Spaß gemacht, mit den Jungs zu arbeiten. Es hängt noch davon ab, was Louis van Gaal will. Wenn er Hermann bei sich haben möchte, dann mache ich hier wohl weiter. Das würde ich natürlich sehr gerne tun", sagte Scholl, nachdem er in fünf Spielen als verantwortlicher Coach ungeschlagen geblieben war und neun Punkte geholt hatte.

Seit Dienstag ist klar: Gerland bleibt bei den Profis, sein Platz bei der zweiten Mannschaft ist frei.

Bislang hatte Scholl nur als U-13-Trainer bei den Bayern Erfahrungen gesammelt.

Künftig wird er mit Weltmeister Gerd Müller die Geschicke der Nachwuchsmannschaft leiten und soll nach Möglichkeit Talente an die Profis heranführen.

"Die Spieler glauben ihm"

Lob für Scholls Arbeit bei der Reserve gab es bereits auch vom "Chef" höchstpersönlich.

"Mehmet Scholl hat das ordentlich gemacht. Er ist zwar noch unerfahren, aber mit Begeisterung dabei. Und er hat den Vorteil, dass er selbst ein herausragender Fußballer war. Die Spieler glauben ihm, was er sagt", sagte Gerland.

Scholl hatte im Sommer 2007 nach 392 Bundesligaspielen (98 Tore) und 36 Einsätzen im Nationalteam (acht Tore) seine von Verletzungen durchzogene Karriere beendet.

Danach war er als Hobbyspieler in der zweiten Mannschaft der Kegelabteilung aktiv.

"Mehmet ist für uns wie ein Heiliger"

Als sich der heutige ARD-Experte damals vom Profi-Fußball verabschiedete, gab es allerorten Huldigungen für den sympathisch kecken Fußballer.

Nicht nur bei den Bayern, sogar gegnerische Fans wie die von Energie Cottbus erhoben sich für den Ausnahme-Mittelfeldspieler, der nie an einer WM teilnahm, von ihren Sitzen und applaudierten.

Bayerns Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge sagte: "Mehmet ist für uns wie ein Heiliger. Er hat uns bei Verhandlungen nie wie eine Zitrone auszuquetschen versucht."

Sein größter Erfolg sei es ohnehin gewesen, meinte Scholl damals, "im Haifischbecken FC Bayern nicht gefressen worden zu sein und 15 Jahre überlebt zu haben".

Nun beginnt er in diesem Haifischbecken seine zweite Fußball-Karriere - als Trainer.

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