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Kiels Trainer Falko Götz (l.) feiert ausgelassen den Aufstieg mit seinen Spielern © getty

Nach zwei Jahren in den Fußball-Niederungen steigt Holstein Kiel in die Dritte Liga auf - vor allem dank zweier Sponsoren.

Kiel - Holstein Kiel ist wieder da. Nach zwei Jahren in den dunklen Niederungen der vierten Liga sind die "Störche", angetrieben von den Euros zweier ambitionierter Sponsoren, in das Scheinwerferlicht des deutschen Profifußballs zurückgekehrt.

Mit einem 1:0-Sieg über den Erzrivalen VfB Lübeck sicherte sich das Team am Sonntag den Aufstieg in die Dritte Liga.

"Darauf hat die ganze Stadt Kiel sehnsüchtig gewartet", sagte Mannschaftskapitän Sven Boy.

Götz erteilt Köln eine Absage

Trainer Falko Götz badete bei der Siegesfeier unter 2500 Fans mit seinem Assistenten Andreas Thom im Erfolg.

Zahlreiche Schulterklopfer umarmten den 47-Jährigen, der den ersten Teil seiner Mission erfüllt hat und gleich ein Treuebekenntnis zu Holstein abgab.

Noch im Stadion erteilte der Berliner dem Werben des Bundesligisten 1. FC Köln eine klare Absage: "Ich verspreche es mit Herz: Ich werde auch in der nächsten Saison Trainer in Kiel sein. Wir bauen hier etwas auf, und ich freue mich auf die Dritte Liga."

10 Millionen investiert

Götz und Thom hatten Anfang des Jahres den Job beim Deutschen Meister von 1912 übernommen, der mit seinen finanziellen Möglichkeiten bis zum 100-jährigen Jubiläum des historischen Titelgewinns den Aufstieg in die zweite Liga anpeilt.

Rund zehn Millionen Euro haben die beiden Kieler Kaufleute Gerhard Lütje und Hermann Langness in den vergangenen Jahren in den Traditionsverein gepumpt.

Das Geld aber versickerte zunächst bei zu teuren Altstars und erfolglosen Trainern.

Vor zwei Jahren am Boden

2007 landete der Klub abgeschlagen und am Boden zerstört erst einmal in der damaligen Oberliga Nord (vierte Liga), die Finanziers gaben aber nicht auf.

"Ohne die Hilfe unserer beiden Hauptsponsoren hätten wir den Aufstieg nie geschafft", sagte Vereinspräsident Roland Reime.

Die beiden Promi-Trainer aus der Hauptstadt sollen allein in der abgelaufenen Saison zusammen 650.000 Euro verdient haben.

Etat wird annähernd verdoppelt

Mit Hochdruck arbeiten die Kieler nun bereits am Unternehmen Dritte Liga.

Der Saisonetat soll künftig von bisher rund fünf Millionen in der Regionalliga auf 9,5 Millionen Euro annähernd verdoppelt werden.

Schließlich spielen bald Wuppertal, Offenbach, Dresden und Bayern München II statt Wilhelmshaven, Altona oder Plauen in Kiel.

Starke Konkurrenz duch THW

Das Potenzial für Fußball ist auch in Kiel vorhanden, allein der jahrelang fehlende Erfolg der Kicker sorgte auch dafür, dass die Handballer um den deutschen Rekordmeister THW eine so führende Rolle in der Stadt spielen, viele Sponsoren abgreifen und die VIPs der Stadt zu sich locken.

Noch am Samstag feierten 10.000 Kieler die Meisterschaft der Handballer.

Ministerpräsident Peter Harry Carstensen ließ sich aber auch tags drauf bei den Kickern sehen: "Das ist ein großer Tag für Kiel und den schleswig-holsteinischen Fußballs. Und jetzt muss es weitergehen", sagte der CDU-Politiker.

Neue Flutlichtanlage notwendig

Die Stadt hilft nun mit 800.000 Euro, die der Bau einer neuen Flutlichtanlage für angemessene und taugliche TV-Bilder in der "ARD-Sportschau" an Kosten verschlingt.

Er gilt als wichtigste Grundlage für die Erteilung der Lizenz durch den Verband. 800.000 Euro gibt es auch vom DFB als Fernsehgeld.

"Wir müssen nun noch Bauarbeiten im Stadion und in der Infrastruktur ableisten. Ansonsten kann ich versprechen, dass wir auch in der kommenden Saison eine attraktive Mannschaft haben werden", erklärte Götz.

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