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Ralph Hasenhüttl (l.) übernahm im Oktober 2007 den Trainerposten in Unterhaching © imago

Mit dem 1:5 in Burghausen sorgte Unterhaching für eine negative Überraschung. Bei Sport1 spricht Coach Hasenhüttl über den Rückschlag.

Von Rainer Nachtwey

Vaterstetten - Ein kurzes Nicken, das war es dann schon an Gefühlsregungen. Ralph Hasenhüttl geht auf seinen Trainerkollegen zu, schüttelt ihm die Hand, wechselt ein paar Worte mit ihm und stapft dann Richtung Kabine.

Die Spielvereinigung Unterhaching hat soeben durch ein 8:0 beim Kreisligisten SC Baldham-Vaterstetten die fünfte Runde des bayrischen Toto-Pokals, der Qualifikation zum DFB-Pokal, erreicht.

Doch zufrieden wirkt der SpVgg-Coach nicht. Die 1:5-Klatsche am fünften Drittliga-Spieltag am Samstag in Burghausen hat der Österreicher sichtlich noch nicht überwunden. "Das sind Niederlagen, die bleiben einem länger im Hinterstübchen", gibt Hasenhüttl bei Sport1.de zu, auch wenn er sofort nachschiebt: "Das Thema ist abgehakt."

Im Interview spricht der Trainer des ehemaligen Bundesligisten über die Pleite und zieht ein Fazit des Saisonstarts.

Sport1: Herr Hasenhüttl, wie zufrieden sind Sie nach dem deutlichen Erfolg, wenn man die Niederlage in Burghausen noch im Hinterkopf hat?

Ralph Hasenhüttl: Das 1:5 ist jetzt schon abgehakt, das haben wir längst über Videos aufgearbeitet. Wir wissen, dass wir unsere Lehren aus dem Spiel ziehen müssen. Gegen Baldham-Vaterstetten ging es darum, mal wieder ein paar Tore zu schießen, damit die Stürmer Selbstvertrauen gewinnen. In der Hinsicht kam das Spiel genau richtig.

Sport1: Wie hat die Mannschaft auf die Klatsche in Burghausen reagiert?

Hasenhüttl: Wie ich es mir vorstelle: Wir haben uns die Niederlage sehr zu Herzen genommen. Es ging auch um die Art und Weise, wie wir verloren haben. Da haben wir uns Gedanken gemacht. Die Niederlage hat den Spielern lange nachgehangen. Nach ein, zwei Tagen ist so ein Spiel noch nicht verarbeitet. Aber man muss aus solchen Partien seine Lehren ziehen und das haben wir getan.

Sport1: Kommt in der Hinsicht die Länderspielpause genau im falschen Moment?

Hasenhüttl: Sicher, wir hätten viel lieber jetzt einen Sieg in der Meisterschaft nachgelegt und die Niederlage vergessen gemacht.

Sport1: Bis zum Burghausen-Spiel verlief die Saison recht gut. Zwei Siege, dazu zwei Unentschieden gegen die Aufstiegsaspiranten Paderborn und Düsseldorf?

Hasenhüttl: Ja, der Start war recht gut. Aber wir sind nicht so vermessen zu glauben, dass wir jeden Gegner in der Liga so mir nichts, dir nichts schlagen. Wir haben in Paderborn und Düsseldorf gesehen, dass wir auswärts unsere Probleme hatten. Da sind wir nicht sattelfest, noch nicht.

Sport1: Das heißt, sie sind mit den ersten Spielen soweit zufrieden?

Hasenhüttl: Nein, zufrieden bin ich nie. Denn Zufriedenheit bedeutet für mich Stillstand, und jeder Stillstand ist ein Rückschritt. Wir werden weiter an uns arbeiten, um uns zu verbessern. Und es gibt auch noch einiges zu verbessern.

Sport1: Neuzugang Anton Fink hat mit zwei Saisontoren eingeschlagen. Wie sehen Sie seine Entwicklung?

Hasenhüttl: Der Toni hatte bisher das Problem, dass er immer im Mittelfeld spielen musste, weil wir immer wieder Ausfälle zu verkraften hatten. Erst war Ricardo Villar gesperrt, dann Robert Zillner. Und nicht zu vergessen der Ausfall von Raphael Schaschko, der uns sehr, sehr weh tut. Deshalb musste ich den Toni zurückziehen. Aber ich tendiere schon dazu, ihn im Sturm zu bringen, weil er einer ist, der immer Tore machen kann.

Sport1: Hat sich Ihre Zielsetzung - ein Platz im ersten Drittel - nach den fünf Spieltagen verändert?

Hasenhüttl: Nein, die ist noch genauso wie vor der Saison. Wir wollen regelmäßig unsere Punkte einfahren. Wir müssen uns nach dem Spiel in Burghausen zurückmelden und den Fußball spielen, den wir und die Fans von uns erwarten.

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