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Plant für nächstes Jahr den Erwerb der Fußball-Lehrer-Lizenz: Mehmet Scholl © getty

Die großen Namen stehen an der Seitenlinie. Neben "Trainer Scholl" und dem "Bomber" wollen auch Thom und Köppel den Erfolg.

Leipzig - In der Dritten Liga sitzen die großen Stars nur auf der Bank.

Mehmet Scholl als Cheftrainer beim FC Bayern München II und Gerd Müller als sein Assistent sind in der am Samstag beginnenden Saison das mit Abstand prominenteste Duo (Zum Artikel: Die Hinrunde der Dritten Liga im Überblick).

Mit Falko Götz und Andreas Thom bei Aufsteiger Holstein Kiel, Thomas Wolter bei Werder Bremen II oder Horst Köppel beim FC Ingolstadt genießen weitere Männer auf der Bank einen besonders hohen Bekanntheitsgrad.

Auf dem Rasen selbst ragt diesbezüglich kaum ein Profi heraus, am ehesten wohl noch der Ex-Herthaner Andreas "Zecke" Neuendorf bei Absteiger Ingolstadt.

Scholl muss schleunigst auf die Schulbank

Ausgerechnet Drittliga-Superstar Scholl - er selbst hört diese Bezeichnung nicht gern und bezeichnet sie als "Schmarrn" - wird seiner Mannschaft aber länger fehlen.

Der Europameister von 1996, der auch seinen noch ein Jahr laufenden Vertrag als ARD-Experte erfüllen will, besitzt nur den B-Schein und muss schleunigst die Schulbank drücken.

Im November und Dezember kümmert sich der Weltpokal-Gewinner von 2001 bei einem Lehrgang in Hennef um den A-Schein, im kommenden Jahr plant er den Erwerb der Fußball-Lehrer-Lizenz. (DATENCENTER: Die Ergebnisse der Saison 08/09)

Ulrich und Müller unterstützen Scholl

"Mir macht es sehr viel Spaß, jeden Tag mit den Jungs zu trainieren", sagte der einstige Dribbelkünstler bei der offiziellen Eröffnungspressekonferenz der Bayern-Reserve (Zum Artikel: Scholl wird Trainer der "kleinen Bayern").

"Ich muss eine Respektsperson sein. Der liebe 'Scholli' - das ist Käse. Die Spieler sagen 'Sie' und 'Trainer' zu mir. Als Spieler galt ich als ein wenig flapsig, das geht jetzt überhaupt nicht", stellte Scholl klar.

Wegen der anstehenden Fehlzeiten im Verein wünschte sich Scholl neben dem "Bomber der Nation" auch noch seinen Entdecker aus Karlsruher Zeiten an seine Seite.

Der so auserwählte Fußball-Lehrer Rainer Ulrich stellt aber klar: "Mehmet ist der Chef und trifft die Entscheidungen." Dies machte er am Ende der Vorsaison schon recht erfolgreich.

Als Nachfolger des zur ersten Mannschaft aufgerückten Hermann Gerland war der einstige Publikumsliebling in fünf Partien ungeschlagen geblieben.

Mit Erfahrung direkt zurück in Liga Zwei?

Im Gegensatz zum 38-jährigen "Scholli" besitzt Köppel einen riesigen Erfahrungsschatz auf der Trainerbank.

Der frühere Nationalspieler stand bei zahlreichen Bundesligaklubs unter Vertrag, gehörte in den achtziger Jahren zum Stab der DFB-Auswahl und war auch im Ausland unterwegs.

Der 61-Jährige soll in Ingolstadt mit ruhiger Hand nach dem als "Betriebsunfall" angesehen Abstieg die Rückkehr in die zweithöchste Spielklasse schaffen.

Götz warnt vor Höhenflug in Kiel

Dies ist perspektivisch auch das Ziel in Kiel.

Götz, mit seiner Erfahrung als Bundesliga-Trainer ein Hoffnungsträger des "Projektes Kiel", ist vorsichtig: "Wir betreten Neuland, wollen uns möglichst schnell etablieren. Oberstes Ziel ist es, dass wir nichts mit den unteren Rängen zu tun bekommen."

Der Kader ist offensiv ausgerichtet - dies entspricht der Mentalität des Führungsduos.

In den Adern von Götz und Thom, einst gefürchteter Torjäger des BFC Dynamo und der DDR-Auswahl, fließt schließlich Stürmerblut.

Auch Andreas Möller ist dabei

Weniger durch Erfolge als vielmehr durch eine Provinzposse erlangte Trainer Rene van Eck eine gewisse Bekanntheit.

Der Holländer wurde in der vorigen Saison bei Carl Zeiss Jena gefeuert, beerbte nur 67 Tage später seinen Nachfolger Marc Fascher nach dem geschafften Klassenerhalt.

Auch nicht ganz alltäglich: Bei Absteiger Wehen Wiesbaden rückte Hans-Werner Moser vom Assistenten zum Chefcoach auf, tauschte so mit Sandro Schwarz (bisher ohne Trainerschein mit DFB-Ausnahmegenehmigung tätig) die Positionen.

Zu den Drittliga-Promis gehört ansonsten zweifellos auch Andreas Möller. Der Weltmeister von 1990 zieht allerdings als Sportmanager bei Kickers Offenbach die Fäden.

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