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Will mit Ingolstadt zurück ins Unterhaus: "Zecke" Neuendorf © getty

Trotz personeller Umbrüche gelten die drei Zweitliga-Absteiger als Top-Favoriten. Aber auch zwei Vereine aus dem Osten hoffen.

München - Die Zugpferde Fortuna Düsseldorf und Union Berlin sind weg, trotzdem soll die Dritte Liga im Jahr zwei ihres Bestehens ein Erfolgsprodukt bleiben.

Der VfL Osnabrück, der FC Ingolstadt und SV Wehen Wiesbaden sind dabei trotz des für Absteiger üblichen großen personellen Umbruchs in der am Samstag beginnenden Spielzeit die Aufstiegsfavoriten.

"Die 3. Liga ist ein Publikumsmagnet, brachte es in der ersten Saison auf mehr als 2,1 Millionen Zuschauer - eine Rekordmarke, die wir diese Saison angreifen wollen", sagte Helmut Sandrock.

Der für den Spielbetrieb zuständige DFB-Direktor sieht die Attraktivität auch durch "überragende TV-Sendezeiten und Reichweiten" bestätigt. Immerhin sahen jeweils rund 2,5 Millionen Fans am Samstagabend die Drittliga-Berichterstattung (Die Hinrunde der Dritten Liga im Überblick).

Baumann soll Paderborn nach oben bringen

Manager Lothar Gans vom erst in der Relegation gegen den SC Paderborn abgestürzten VfL Osnabrück hält die dritte Klasse für "eine richtig gute Sache". Natürlich mit dem Nachsatz: "Dennoch wollen wir so schnell wie möglich wieder nach oben. Das ist doch klar."

Nach dem Abgang von Trainer Claus-Dieter Wollitz schwingt nun Karsten Baumann das Zepter. Dem früheren Erfurter verblieben nur vier Akteure aus der alten Truppe, darunter Stürmer Thomas Reichenberger (77 Tore für den VfL in den letzten fünf Spielzeiten).

Die Verpflichtung der mit Zweitligaerfahrung ausgestatteten Niels Hansen, Aleksandar Kotuljac und Angelo Barletta macht die Ambitionen aber deutlich.

Ingolstadt setzt auf alte Recken

In Ingolstadt soll der erfahrene Trainer Horst Köppel den "Betriebsunfall Abstieg" korrigieren (Der Star ist der Trainer) .

Die früheren Bundesligaprofis Andreas "Zecke" Neuendorf und Fabian Gerber sind die Säulen im Mittelfeld.

"Wir haben einiges verbockt. Das müssen wir jetzt wieder gerade biegen. So konnte ich den Verein nicht verlassen", sagte der 34-jährige Neuendorf (200 Erstliga-Partien für Bayer Leverkusen und Hertha BSC).

Trainer-Rochade bei Wehen Wiesbaden

Bei Wehen Wiesbaden gab es einen bemerkenswerten Wechsel auf der Trainerbank.

Der bisherige Assistent Hans-Werner Moser schlüpfte in die Chefrolle, der wegen fehlender Lizenz mit einer DFB-Sondergenehmigung ausgestattete Vorgänger Sandro Schwarz ist künftig nur noch der Co-Trainer.

Die Ostklubs träumen

Mit Dynamo Dresden, Carl Zeiss Jena, Rot-Weiß Erfurt und Erzgebirge Aue sind gleich vier ehemalige DDR-Meister vertreten. Vor allem in den Landeshauptstädten von Thüringen und Sachsen wird vom Aufstieg geträumt.

In Erfurt ruhen die Hoffnungen auf dem zweitligaerfahrenen Trainer Rainer Hörgl (ehemals Augsburg) und einer eingespielten Truppe.

Bei Ex-Bundesligist Dresden rückt Trainer Ruud Kaiser zwar offiziell nicht vom Drei-Jahres-Plan mit dem Ziel Aufstieg 2011 ab.

Auch angesichts des neuen Stadions, das Mitte September eingeweiht wird, ist die Euphorie im Umfeld aber groß. "Wenn es mit dem Aufstieg klappt, würden wir uns nicht wehren", so Kaiser.

Haching für Trainer die vierte Kraft

Immerhin sechs Trainer der dritten Liga trauen den Sachsen den Sprung nach oben zu.

16 Übungsleiter der 20 Vereine tippen bei einer DFB-Umfrage auf Osnabrück und Ingolstadt, zwölfmal wird Wehen Wiesbaden genannt.

Der SpVgg Unterhaching, in der abgelaufenen Saison auf Platz vier, wird von zehn Trainern der Aufstieg zugetraut. Kickers Offenbach erhielt acht Stimmen.

Neuregelung bei Reserveteams geplant

Nach dem Aufstieg von Borussia Dortmund II - außerdem kamen Holstein Kiel und der FC Heidenheim hinzu - sind neben Bayern München mit "Drittliga-Star" Mehmet Scholl als Cheftrainer, Werder Bremen und VfB Stuttgart insgesamt vier Reserveteams vertreten.

Die Beschränkung auf vier Teams ist allerdings nicht mehr gültig, der DFB strebt eine neue Regelung an.

"Wenn wir es tatsächlich schaffen, die Zahl der zweiten Mannschaften für die 3. Liga dauerhaft auf maximal vier zu beschränken, dann haben wir in dieser 20er-Spielklasse kein Problem", meinte Sandrock.

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