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Mehmet Scholl hat seit Ende April bei Bayern II das Sagen © getty

Der Ex-Bayern-Profi ist mit seinem Team Tabellenletzter. Den Spieler präsentiert er die Quittung. Sandhausen marschiert indes.

München - Sie sind die Schießbude der Dritten Liga, haben noch keinen Sieg, aber dafür die Rote Laterne:

Ähnlich wie für den deutschen Rekordmeister in der Bundesliga kommt es auch für Bayern München II derzeit knüppeldick.

Das 2:4 beim Aufsteiger 1. FC Heidenheim war für das Team von Trainer Mehmet Scholl bereits die dritte Niederlage der Saison. In fünf Spielen kassierten die "kleinen Bayern" zudem satte 13 Gegentore. (DATENCENTER: Dritte Liga)

"Beim ein oder anderen Spieler muss man sich schon fragen, ob er für den Profifußball geeignet ist. Ich habe langsam keine Lust mehr, jedes Wochenende immer wieder das Gleiche zu erzählen", sagte der genervt wirkende Scholl.

Scholl stocksauer

Der sonst so entspannte Ex-Nationalspieler schimpfte schon während des Spiels im eigentlich nur durch sein Fechtzentrum bekannten schwäbischen Idyll Heidenheim wie ein Rohrspatz.

Doch seine Worte kamen - vor allem bei der Verteidigung - offenbar nicht an.

Bereits nach fünf Minuten lagen die durch Andreas Görlitz und Alexander Baumjohann verstärkten Bayern 0:2 zurück, bis zur Pause folgte noch ein weiteres Gegentor.

"Die Tore am Anfang haben wir uns wirklich selber reingeworfen", meinte Scholl.

Görlitz mit dem Fehler

Vor 7150 Zuschauern verlor Görlitz fahrlässig den Ball und leitete so das zweite Gegentor ein.

Baumjohann sorgte immerhin mit einem guten Freistoß für Aufsehen, hatte aber auch Glück, nicht mit Gelb-Rot vorzeitig duschen zu müssen.

Am anderen Ende der Tabelle steht Außenseiter SV Sandhausen.

Der neue Spitzenreiter, der nun elf Punkte auf dem Konto hat, bezwang den Wuppertaler SV 2:0.

Dorn trifft bereits siebenmal

Der von Hansa Rostock gekommene Regis Dorn erzielte bereits sein siebtes Saisontor.

"Wir hatten auch das Glück auf unserer Seite. Wir haben unsere Treffer zum richtigen Zeitpunkt erzielt", sagte Trainer Gerd Dais.

Sandhausen profitierte allerdings auch von der 0:1-Niederlage von Eintracht Braunschweig bei Jahn Regensburg.

Zwei Platzverweise gegen Wehen Wiesbaden

Die Niedersachsen (10 Punkte) mussten nach ihrer ersten Saisonpleite zunächst Regensburg (11) und am Sonntag den VfB Stuttgart II wegen des 3:0 (1:0) gegen den SV Wehen Wiesbaden vorbei lassen.

Sven Schipplock (37.) und Patrick Funk (62./90.) waren für den VfB erfolgreich.

Wehens Kristjan Glibo sah wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte (41.). Der Wehener Torge Hollmann wurde wegen wiederholten Foulspiels per Gelb-Roter Karte ebenfalls vom Platz gestellt (89.).

Jena geht gegen Erfurt unter

Carl Zeiss Jena verpasste durch das überraschende 0:3 (0:2) im Derby gegen Rot-Weiß Erfurt den Sprung an die Spitze.

Carsten Kammlott (1./54.) und Tino Semmer (40.) waren für die Gäste erfolgreich.

Erfurt verbesserte sich auf den 17. Platz. In der 59. Minute sah Jenas Salvatore Amirante die Rote Karte, in der gleichen Minute erhielt Erfurts Dennis Malura die Gelb-Rote Karte.

Kickers Offenbach leisteten sich indes gegen Aufsteiger Holstein Kiel ein unnötiges 2:3 und verpasste dadurch den Sprung auf die Aufstiegsplätze.

Wacker Burghausen besiegte Werder Bremen II 4:3.

Dresden fertigt Aue ab

Dynamo Dresden feierte im Sachsenderby gegen Erzgebirge Aue für seine Verhältnisse schon ein Schützenfest.

14.650 Zuschauern feierten die Dynamos für das 3:0 gegen die Veilchen - der höchste Heimsieg seit dem 1. Dezember 2007 (4:1 gegen HSV II).

In vier Spielen zuvor war Dynamo lediglich ein mageres Tor gelungen. Zudem blieb das Derby weitgehend friedlich, lediglich im Auer Block wurden Böller und bengalische Feuer gezündet. Die Polizei sorgte in der Halbzeitpause für Ruhe.

Ruhigere Zeiten stehen wohl auch der SpVgg Unterhaching bevor, die im fünften Anlauf den ersten Saisonsieg feierte. Die Münchner Vorstädter setzten sich mit 1:0 gegen den VfL Osnabrück. Bereits am Freitag hatte Zweitliga-Absteiger FC Ingolstadt 0:1 gegen Borussia Dortmund II verloren.

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