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Luca Toni (l.) im Duell mit Regensburgs Tobias Zellner © getty

Mit der Drittliga-Mannschaft des FC Bayern kassiert der Weltmeister eine heftige Heimniederlage. Der Italiener spielt eine Halbzeit.

München - Luca Toni hat mit der Drittliga-Mannschaft des FC Bayern München ein Debakel erlebt.

Der Italiener wollte in der Dritten Liga auf eigenen Wunsch Spielpraxis sammeln.

Doch er kam mit dem Team des Ex-Bayern-Stars Mehmet Scholl am Freitagabend gegen Jahn Regensburg mit 0:5 (0:2) unter die Räder. (DATENCENTER: Die Dritte Liga)

Toni spielte 45 Minuten an der Seite seines weitgehend unbekannten Sturmpartners Daniel Sikorski. Dabei ließ er nur einmal sein Können aufblitzen, als er einen Kopfball an die Unterkante der Latte setzte.

Dies war allerdings seine einzige nennenswerte Torszene - ansonsten fiel der Weltmeister nicht groß auf und lief häufig ins Abseits.

Nach einem Wortgefecht mit dem Schiedsrichter holte er sich sogar eine Gelbe Karte ab. Zur Halbzeit nahm ihn Mehmet Scholl vom Platz.

Regensburg klettert auf Platz eins

Von der Tribüne aus sah Toni mit seiner Freundin Marta Cecchetto zu, wie die "kleinen Bayern" gegen Jahn Regensburg mit 0:5 (0:2) untergingen.

Stefan Binder (36.), Tobias Schlauderer (42.), Tobias Zellner (48., Foulelfmeter), Petr Stoilov (70.) und Denis Berger (75.) erzielten die Treffer für Regensburg.

Durch den Kantersieg eroberten die Oberpfälzer sich zumindest vorübergehend die Tabellenspitze.

Für Bayern II war es die erste Heimniederlage.

Toni fordert seine Rückkehr in Van Gaals Kader

Die Medienpräsenz war trotzdem auf Seiten des Italieners.

Umringt von einem Dutzend Reporter und drei Kameras forderte der Kopfball-Hüne nach dem Spiel seine Rückkehr zum "grande" FC Bayern:

"Ich würde jetzt langsam mal wieder gerne für die Großen spielen. Ich bin bereit und fit, in den Leistungstests sogar fitter als manch anderer, der spielt", sagte der 32-Jährige nach seinem Ausflug in die 3. Liga.

"Mir ging es gut auf dem Platz, ich habe mich wohlgefühlt. Und ich hätte sehr gerne noch länger gespielt, weil ich den Jungs sicher noch mehr hätte helfen können", sagte Toni.

Sein letztes Pflichtspiel bestritt er im Mai für die Bayern. Er verpasste den Saisonstart wegen hartnäckiger Achillessehnenprobleme.

"Das war nicht sein Niveau"

"Luca war drei Monate verletzt", sagte Coach Mehmet Scholl: "Dafür war es ein ganz gutes Spiel von ihm. Man hat gesehen, dass er mehrere Klassen zu tief gespielt hat. Das war nicht sein Niveau."

2900 Zuschauer im altehrwürdigen Grünwalder Stadion hatten für eine Saison-Rekordkulisse gesorgt.

Manager Uli Hoeneß, Sportdirektor Christian Nerlinger, die Assistenten von Cheftrainer Louis van Gaal, Hermann Gerland und Andries Jonker - sie alle waren gekommen, um den ersten Drittliga-Auftritt von Toni seit mehr als zehn Jahren zu erleben.

Lob von Hoeneß

1998/99 traf er für AS Lodigiani in der italienischen Serie C 15-mal, und obwohl es diesmal nur für ein Abseitstor reichte, bekam er Komplimente.

"Es ist toll, dass Luca sich so fit macht", sagte Hoeneß und erinnerte so daran, dass Toni auf eigenen Wunsch in der "Zweiten" spielte.

Nerlinger fand es "schön, dass sich Luca so professionell verhält und anbietet".

Und auch Tonis Gegenspieler Alexander Maul, der das heiß begehrte Trikot des Stars ergatterte, meinte: "Er hat große Klasse, wie er den Ball abschirmt - stark! Aber er bekam nur lange Bälle, das war schwer für ihn."

"Ich bin wieder bereit"

Und Toni selbst?

Der machte noch einmal Druck auf Trainer van Gaal: "Wenn er denkt, dass andere besser sind, muss er sie spielen lassen. Aber ich kann ihm nur sagen: Ich bin wieder bereit!"

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