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Regensburgs Trainer Markus Weinzierl spielte von 1995 bis 1999 für den FC Bayern II © Getty Images

Weinzierls Team besiegt Scholls Mannen und hat schon jetzt das Hinrundensoll übertroffen. Jena plagt sich mit Finanz-Problemen.

München - Vom Glanz eines Luca Toni hat sich der neue Drittliga-Tabellenführer Jahn Regensburg nicht blenden lassen, im Gegenteil:

Der ehemalige Zweitligist deklassierte den Bayern-Nachwuchs im Stadion an der Grünwalder Straße mit 5:0 (2:0), stieß auf Rang eins vor und ließ dessen Coach Mehmet Scholl geradezu fassungslos zurück:

"Das war die beste Mannschaft, die ich in meiner Zeit in der Dritten Liga erlebt habe."

45 Minuten lang kam Toni bis zum Seitenwechsel zum Einsatz, doch eine wirkliche Hilfe auf dem Spielfeld war der exzentrische Italiener, der monatelang an Achillessehnenbeschwerden laboriert hatte, nicht.

Jena mit großen Geldsorgen

Probleme finanzieller Art belasten indes die Situation beim FC Carl Zeiss Jena.

Auf der Mitgliederversammlung des Vereins wurde bekannt, dass dem Traditionsklub rund 530.000 Euro für die laufende Saison fehlen.

Bereits im März kommenden Jahres drohte die Zahlungsunfähigkeit. Auch sportlich lief es für den ehemaligen Zweitligisten nicht gut, man verlor das einzige Sonntagsspiel bei Eintracht Braunschweig mit 1:2 (0:0). (DATENCENTER: Die Dritte Liga)

Der FC Carl Zeiss hat damit die Riesenchance auf den Sprung in die Spitzengruppe verpasst. Die nun achtplatzierten Braunschweiger (16 Punkte) überflügelten in der Tabelle die Jenaer (15), die auf Platz zehn abrutschten.

Das 0:1 für die Gäste erzielte Orlando Smeekes in der 46. Minute. Vor 12.200 Zuschauern glich die Eintracht in der 63. Minute durch einen von Dennis Kruppke verwandelten Handelfmeter aus. Das 2:1 erzielte Oliver Kragl in der 69. Minute.

Zwei Minuten später musste Melvin Holwijn mit Gelb-Rot vorzeitig vom Platz. Zunächst foulte er Kragl und sah Gelb, dann fürs anschließende Meckern die Ampelkarte.

Bayern II im Abwärtsstrudel

Und auch in München ist die Stimmung denkbar schlecht nach dem Freitagsspiel.

Nach dem Debakel vor der Saisonrekordkulisse von 2900 Zuschauern steckt die "Zweite" des Rekordmeisters als Tabellen-Vorletzter mehr denn je im Abstiegsstrudel, was Nachwuchschef Werner Kern auch gar nicht leugnen wollte:

"Ich bin jetzt zwölf Jahre für die Amateure zuständig - wir sind noch nie so zerlegt worden." Auch Trainer-Novize Scholl war restlos bedient.

Regensburg hochmotiviert

"Das war viel zu wenig. Die Woche wird sehr hart, wir werden sehr hart arbeiten", kündigte der Ex-Nationalspieler an.

Sein Regensburger Kollege Markus Weinzierl hingegen war von seinem Team mehr als begeistert. "Der Rummel durch Luca Toni hat den Jungs gut getan, sie waren hochmotiviert und präsent.

Was meine Mannschaft derzeit abliefert, ist unglaublich", sagte der erst 34 Jahre alte Fußball-Lehrer. Schon jetzt haben seine Schützlinge mit 21 Zählern das intern ausgegebene Hinrundensoll von 20 Punkten übertroffen.

"Wir konnten kaum Paroli bieten"

Zur Tabellenführung reichte es allerdings nur, weil der bisherige Spitzenreiter SV Sandhausen bei Erzgebirge Aue mit 1:3 (1: 2) verlor.

Trainer Gerd Dais erkannte den verdienten Erfolg für die Gastgeber an: "Wir konnten kaum Paroli bieten und sind durch Unachtsamkeiten kurz vor der Pause genau im falschen Moment in Rückstand geraten."

Beim krisengeschüttelten Neuling Holstein Kiel, der seinen Coach Falko Götz am Freitag fristlos entlassen hatte, konnte man sich wenigstens über einen sportlichen Erfolg freuen.

Die "Störche" gewannen mit Interimstrainer Torsten Fröhling das Duell der Neulinge gegen den 1. FC Heidenheim mit 1:0 (1:0).

Neben Regensburg und Sandhausen ist auch Wacker Burghausen nach einem 2:0 (1: 0)-Erfolg gegen Dynamo Dresden als Tabellendritter mitten im Aufstiegsrennen.

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