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Hermann Gerland ist seit 2001 wieder Amateur-Trainer bei den Bayern © getty

Die neue Klasse ist auch durch die Reserve- mannschaften der Bundesligisten so attraktiv. Hier kommen die Stars von morgen zum Einsatz.

Von Christian Gies

München - Die neu eingeführte Dritte Liga bringt für die Reservemannschaften der Bundesliga-Teams einige Nachteile mit sich.

Nur noch maximal vier zweite Mannschaften dürfen überhaupt in der dritthöchsten Spielklasse starten.

Nur drei Spieler dürfen über 23 Jahre alt sein, am DFB-Pokal darf nicht mehr teilgenommen werden und auch an den Fernseheinnahmen sind sie nicht mehr beteiligt.

Ein Aufstieg in die nächsthöchste Spielklasse bleibt ihnen sowieso verwehrt.

Dennoch: Die drei Reserveteams in der Dritten Liga freuen sich auf die neue Herausforderung und wollen für ihre "Erste" eine starke Hilfe sein.

Sport1.de stellt die "Zweite Garde" in der neuen Klasse vor.

FC Bayern München II:

Seit Juli 2001 ist Hermann Gerland, wie schon in der Zeit zwischen 1990 und 1995, als hauptverantwortlicher Coach im Verbund mit dem "Bomber der Nation", Gerd Müller, für die FCB-Amateure zuständig.

Gerade so konnte sich in der abgelaufenen Runde für die Dritte Liga qualifiziert werden. Nur zwei Punkte mehr hatten die Münchener als das erste Team unter dem Strich, die Sportfreunde Siegen.

Doch nun ist die Talenteschmiede des FCB in der Dritten Liga vertreten. Mit einigen hoffnungsvollen Talenten. Spätestens seit dem Trainereinstand von Jürgen Klinsmann kennt man auch die Spieler Thomas Müller (18 Jahre) und Deniz Yilmaz (20).

Müller macht seinem Namen alle Ehre

Müller gelang gegen den Oberligisten SV Lippstadt ein Dreierpack, Yilmaz war einmal erfolgreich. Hauptsächlich tummeln sich im Kader junge Leute - Jahrgang 1984 und jünger, die so schnell wie möglich den Sprung in "Klinsis" Kader schaffen wollen und sollen.

Trainer Gerland hat also ein Team mit Auszubildenden um sich geschart. Fünf A-Jugendliche wurden in den Kader gezogen. Erfahrenste Akteure sind Christian Saba (29) und Vitus Nagorny (30).

Ein Qualitätsverlust bedeuten die Abgänge von Champions League-Gewinner Thomas Linke (Karriereende), der nun bei RB Salzburg Sportdirektor wird und von Stefano Celozzi (Karlsruher SC). Das 19 Jahre alte Nachwuchstalent spielte in der vergangenen Saison 31 Mal für die Regionalliga-Mannschaft der Münchner.

Profis sollen Spielpraxis sammeln

Die zweite Mannschaft soll aber auch dazu dienen, dass ehemals verletzte Profis wieder an Spielpraxis gewinnen, ehe sie zu den Profis stoßen.

"Wir sind zwar nur die Zweite, doch überall wo der FC Bayern auftaucht, da strömen die Zuschauer. Dies wird für uns eine schwere Aufgabe, weil wir auch in den Heimspielen nicht die große Unterstützung bekommen", sagte Gerland dem "kicker".

Optimistisch geht Gerland die Zusammenarbeit mit dem neuen Cheftrainer Jürgen Klinsmann an: "Die Spieler, die dann bei uns aushelfen, müssen aber auch die nötige Einstellung mitbringen".

VfB Stuttgart II:

Rainer Adrion heißt der Mann, der die VfB-Reserve in die Dritte Liga geführt hat. In der letzten Saison verpasste seine Mannschaft nur knapp die Aufstiegsränge, ein Aufstieg in die Zweite Liga ist aber für Reserveteams sowieso nicht möglich.

Entsprechend herrscht gute Stimmung. Adrion, der 1999 für fünf Monate als Übergangstrainer die erste Mannschaft des VfB auf Platz elf führte, gilt als Förderer von jungen Talenten.

Er hat Stars wie Alexander Hleb, Kevin Kuranyi, Mario Gomez oder Ioannis Amanatidis den Weg in die Profikarriere geebnet.

Auftrag: Talente in Bundesliga schubsen

Klar, dass sein Ansehen im Verein sehr hoch ist. Und auch diesmal obliegt ihm der Auftrag, weitere erfolgshungrige Akteure in die Bundesliga zu befördern.

Bundesliga-Luft durften im vergangenen Jahr bereits der 21-jährige David Pisot und Christian Träsch (jeweils ein Spiel) schnuppern. Als erfahrene Spieler gelten auch Dubravko Kolinger (32, Koblenz, St. Pauli, KSC) und Marijo Kovacevic (34, HSV, Wolfsburg, Duisburg).

Pikant: Der VfB II trägt seine Heimspiele im ehemaligen Stadion des alten Rivalen Stuttgarter Kickers aus.

Werder Bremen II:

Eine hohe Fluktuation muss das Team des langjährigen Werder Profis und jetzigen Trainers Thomas Wolter in der neuen Klasse verkraften.

Zwölf Neuzugänge, davon neun aus der eigenen U 19, stehen zwölf Abgänge gegenüber. Darunter der des 21-jährigen Amaury Bischoff, der zum englischen Premier League-Klub Arsenal London wechselt.

Prominentester Spieler in der Wolter-Elf ist der österreichische Nationalspieler Martin Harnik (21), der von Thomas Schaaf in der vergangenen Saison neunmal berücksichtigt wurde.

Bremen II feiert Erfolge im Pokal

Bremen II machte vor allem in der vergangenen Spielzeit im DFB-Pokal auf sich aufmerksam, als man erst den 1. FC Köln und in der zweiten Runde St. Pauli aus dem Wettbewerb warf.

Erst im Achtelfinale war gegen den VfB Stuttgart nach aufopferungsvollem Kampf dann Endstation.

"Ein Vorteil an der neuen Spielklasse ist es, dass nur drei Vereine aus der Liga in Zukunft absteigen und nicht wie zuvor immer fünf Clubs", sagt Wolter: "Ich hoffe, dass wir immer stark genug sein werden, um in der Liga zu bleiben und den Talenten eine gute Perspektive zu bieten."

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