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Stefan Minkwitz bekam bei den Stuttgarter Kickers den Laufpass © imago

Die Schwaben ziehen die Reißleine, und Emden kassiert gegen Paderborn die erste Niederlage.

Leipzig - Der SC Paderborn hat die Ostfriesen-Kicker aus Emden mit einem 2:1-Auswärtssieg von der Tabellenspitze der Dritten Liga gestürzt und darf auf eine schnelle Rückkehr in die Zweite Liga hoffen.

Tabellenschlusslicht Stuttgarter Kickers gab derweil Trainer Stefan Minkwitz am Sonntag den Laufpass.

Einen Tag nach dem 2:3 bei Rot-Weiß Erfurt musste Minkwitz angesichts der anhaltenden sportliche Talfahrt mit bisher nur einem Zähler wie zuvor schon Edgar Schmitt (Aalen) und Henning Bürger (Jena) seinen Hut nehmen.

Das Schicksal des Ex-DDR-Auswahlspielers besiegelte der Erfurter Torjäger Albert Bunjaku übrigens erst in der 90. Minute. In der vergangenen Woche hatte der Ex-Bundesligist Minkwitz noch das Vertrauen ausgesprochen. Sein Erbe tritt nun der eben erwähnte Edgar Schmitt an.

Auch für die mit hohen Erwartungen gestarteten Ostklubs Carl Zeiss Jena und Erzgebirge Aue nach weiteren Pleiten am 7. Spieltag erneut der Überlebenskampf begonnen.

Van Eck will's wissen

Beim Ex-Europacup-Finalisten Jena soll nach dem 1:2 bei Kickers Offenbach unter Interimscoach Mark Zimmermann der Niederländer Rene van Eck das Ruder herumreißen. Der ehemalige Nürnberger Bundesligaprofi war bis Mai Trainer beim Schweizer Erstliga-Absteiger FC Thun.

Im Erzgebirge genießt Teamchef Heiko Weber nach dem 0:1 gegen Fortuna Düsseldorf offenbar noch Kredit. Präsident Uwe Leonhardt hält eine "Suche nach Sündenböcken für verfehlt und will die Nerven behalten".

Alles nach Plan läuft in der neuen Liga bei Mitfavorit Paderborn. Die Mannschaft von Trainer Pawel Dotschew feierte vor 5500 Zuschauern bei den erstmals geschlagenen Ostfriesen den vierten Dreier in Serie. Der Bulgare war "hochzufrieden über den Arbeitssieg".

Emmerling enttäuscht

Kämpferisch und läuferisch habe sein Team gutes Niveau gezeigt. Mit ein wenig mehr Cleverness hätte es noch zwei oder drei Tore mehr erzielen können. Aber nur Sercan Güvenisik (31.) und Björn Lindemann (76.) trafen, Jasmin Spahic (78.) konnte verkürzen.

"Wir waren nicht in der Lage, die Paderborner zu fordern, geschweige denn, sie in Bedrängnis zu bringen", erkannte Kickers-Coach Stefan Emmerling an: "Wir waren immer einen Schritt zu spät am Ball. Für uns bricht aber die Welt nicht zusammen."

Tristesse im Osten

Untergangsstimmung herrscht im Fußball-Osten. Jena verlor ein Woche nach der 0:6-Heimpleite gegen den VfB Stuttgart II und dem Rauswurf von Trainer Henning Bürger trotz einer 1:0-Führung durch Niels Hansen (33.).

Zunächst vergab der eingewechselte Benjamin Baier (49.) mit einem verschossenen Strafstoß nach Foul an Mesic die Chance zum Ausgleich, kurz darauf traf jedoch Michael Kokocinski (53.).

Das 2:1 vor rund 6000 Zuschauern auf dem Bieberer Berg gelang dem eingewechselten Christian Fröhlich (78.). In der 90. Minute musste Jenas Torhüter Carsten Nulle nach einem Foul am gegnerischen Strafraum mit Gelb-Rot vom Platz. Ex-Profi Zimmermann, zuvor der Athletiktrainer, stellte fest: "Der Abstiegskampf hat begonnen."

In Aue ärgerte sich "Veilchen"-Boss Leonhardt über "zu viele Schwachpunkte" und regte sich darüber auf, dass einige Profis offenbar das falsche Schuhwerk gewählt hatten und ständig ausrutschten.

Rückschlag für Union

Union Berlin hat in seinem Jubiläumsspiel einen kleinen Rückschlag einstecken müssen. Die Köpeniker kamen in ihrem 1500. Pflichtspiel seit Gründung des Vereins 1966 gegen Eintracht Braunschweig nicht über ein 1:1 hinaus.

Der ehemalige Bundesligist Wuppertaler SV hat sich unterdessen von den Abstiegsrängen absetzen können. Im Stadion am Zoo gelang gegen Dynamo Dresden ein 1:0 (1:0). Tim Jerat (35.) erzielte das Tor des Tages.

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