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Michael Wiesinger begann seine Spielerkarriere 1993 beim 1. FC Nürnberg © imago

Bei Sport1.de zieht Ingolstadts neuer Chefcoach Michael Wiesinger eine erste Bilanz und spricht über die Probleme des Vereins.

Von Sebastian Binder

München ? Drei Spiele, drei Siege, Herbstmeister: Michael Wiesinger, neuer Cheftrainer des FC Ingolstadt, hat eine imposante Bilanz vorzuweisen.

Seit er den Posten des geschassten Horst Köppel übernommen hat, geht es bei den "Schanzern" wieder bergauf.

Die Ingolstädter schnappten sich den inoffiziellen Herbstmeister-Titel.

Doch Wiesinger warnt vor allzu großer Euphorie: "Natürlich ist es schön, oben zu stehen. Aber meine Mannschaft und ich wissen, dass das erst einmal eine Momentaufnahme ist", sagte er im Gespräch mit Sport1.de.

"Wir können alle die Tabelle lesen und da sind mehrere Mannschaften ganz dicht beisammen. Schon nach dem nächsten Spieltag kann das wieder ganz anders aussehen."

In der Tat zogen zum Auftakt der Rückrunde der VfL Osnabrück und Erzgebirge Aue wieder an den Ingolstädtern vorbei.(DATENCENTER: Die Dritte Liga)

Duell mit Bayern II

Eigentlich hätten die Ingolstädter im Nachholspiel gegen den FC Bayern München II den Spitzenplatz zurückerobern können. Allerdings musste die Partie aufgrund der schlechten Witterungsverhältnisse in München erneut abgesagt werden.

Ein Nachholtermin steht derzeit noch nicht fest.

Wiesinger hätte seinen alten Kumpel Mehmet Scholl gerne wiedergesehen: "Natürlich freue ich mich auf das Treffen mit dem Scholli", meinte der FCI-Coach noch vor der Partie, "wir stehen nach wie vor in sehr regelmäßigen Kontakt."

Mangelnde Konstanz

Obwohl die Ingolstädter für das Nachholspiel favorisiert sind, wird die Partie dennoch kein Selbstläufer, denn eines der Hauptprobleme der "Schanzer" zieht sich schon durch die ganze Saison: Es fehlt an Konstanz.

"Wir hatten einfach nicht immer die nötige Stabilität und konnten auch gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel nicht gewinnen", weiß auch der neue Trainer um dieses Manko.

Allerdings liegt es aus seiner Sicht zum Teil an der Dritten Liga selbst: "Am Anfang ist es natürlich ein Problem, gerade für die Zweitliga-Absteiger, in dieser neuen Dritten Liga zu bestehen. Man muss sich umstellen und diese Liga auch annehmen. Auch wir haben, vor allem zu Saisonbeginn, Lehrgeld gezahlt."

"Wusste nichts von Köppel-Entlassung"

Dieses Lehrgeld wurde schließlich Köppel zum Verhängnis. Für viele überraschend entließen die Ingolstädter den Coach nach der 0:2-Pleite gegen Wuppertal.

Sogar Wiesinger selbst wurde von den Ereignissen überrumpelt:

"Ich wusste auch nichts davon. Ich kam nach dem Training in die Kabine und habe mich von Horst verabschiedet. In der Geschäftsstelle erfuhr ich dann, dass ich ab sofort die Übungseinheiten leiten und auch die Spiele bis zur Winterpause übernehmen soll."

Dennoch war dem vom Co- zum Cheftrainer Beförderten klar, "dass ich mir das zutraue".

Wiesinger hat keine Trainerlizenz

Noch ist allerdings nicht sicher, wie lange dieses Engagement andauern wird.

"Natürlich liegt die Entscheidung über eine Vetragsverlängerung nicht bei mir, ich kann nur versuchen, diese Entscheidung zu beeinflussen, indem ich hier tagtäglich gute Arbeit abliefere", sagte Wiesinger.

Problematisch ist vor allem, dass der FCI-Coach keine Trainerlizenz hat und spätestens nach der Saison den zehnmonatigen Trainerlehrgang absolvieren muss.

"Werde mich mit dem Verein austauschen"

Der Spagat zwischen Schulbankdrücken in Köln und täglichem Trainigsbetrieb ist schon so manchem Teamchef zum Verhängnis geworden, zuletzt Markus Babbel in Stuttgart.

Allerdings will Wiesinger noch gar nicht soweit voraus denken: "Für mich sind erst einmal die verbleibenden beiden Partien wichtig. Ich werde mich mit dem Verein austauschen und am 4. Januar bei Trainigsbeginn wird man sehen, woran man ist."

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