vergrößernverkleinern
Andreas "Zecke" Neuendorf spielt seit der Saison 2007/'08 für den FC Ingolstadt © imago

Neuendorf wil Ingolstadts Wiederaufstiegs-Hoffnung beleben - und gesteht bei Sport1.de trotzdem Heimweh nach Berlin.

Von Sebastian Aigner

München - Die Partie ist ein echter Gradmesser - und könnte enorm wichtig sein für die Entscheidung über den Aufstieg in die Zweite Bundesliga.

Wenn der FC Ingolstadt am Samstag (ab 13.30 Uhr LIVE) Kickers Offenbach empfängt, geht es für die Schanzer darum, die Rückkehr ins Unterhaus wieder ins Visier zu nehmen - aber genauso, wieder in die Erfolgsspur zu finden:

Nach zuletzt vier sieglosen Spielen lechzt Ingolstadt nach einem Erfolgserlebnis. (DATENCENTER: Die Dritte Liga)

Im Interview mit Sport1.de spricht Mittelfeldspieler Andreas "Zecke" Neuendorf über die Sehnsucht nach der zweithöchsten Spielklasse, das bevorstehende Duell - und Heimweh.

Sport1.de: Herr Neuendorf, Ingolstadt hat seit knapp einem Monat nicht mehr gewonnen. Was macht Sie sicher, dass es gegen Offenbach diesmal anders wird?

Andreas Neuendorf: Wir haben in den letzten Begegnungen etwas unglücklich agiert. Jetzt geht es wieder um drei neue Punkte, die brauchen wir unbedingt. Wir hatten eine sehr gute Ausgangslage für die Rückkehr in Liga zwei und haben es uns dann mit dem schlechten Spiel in Braunschweig (3:3 nach 2:0-Halbzeitführung, Anm. d.Red.) selbst schwer gemacht. Von daher ist ein Sieg gegen Offenbach eindeutig Pflicht.

Sport1.de: Nehmen wir mal an, der Aufstieg gelingt: Glauben Sie, dass sich der Klub in der Zweiten Liga langfristig etablieren kann?

Neuendorf: Sollten wir es wirklich schaffen, dann muss man Folgendes sehen: Der FC Ingolstadt existiert seit sechs Jahren, kommt zudem aus der Bayern-Liga. Und schon das ist natürlich enorm. Ingolstadt ist ein junger Verein, der es verdient, aufzusteigen. Der Verein arbeitet hart und viel für das Ziel, und wir als Mannschaft stehen jetzt in der Pflicht, das umzusetzen.

Sport1.de: Welche Lehren wurden denn gezogen aus dem Abstieg in der Saison 2009?

Neuendorf: Ich denke, dass diese Unerfahrenheit, die wir beim ersten Mal in der Zweiten Liga noch hatten, dieses Mal nicht mehr da ist. Man kann natürlich nichts voraussehen. Wer hätte denn beispielsweise gedacht, dass Hertha BSC (Neuendorfs Ex-Klub, Anm. d.Red.) voraussichtlich absteigt?

Sport1.de: Michael Wiesinger ist seit November Cheftrainer in Ingolstadt. Was macht er anders als sein Vorgänger Horst Köppel?

Neuendorf: Es ist seine erste Station hier, er hat vorher die U 23 trainiert. Mit Michael Wiesinger haben wir auf Anhieb vier Siege geschafft. Und die Erfolge sprechen für sich. Die Diskussion, ob ein junger oder alter Trainer besser ist, ist egal. Letztlich kommt es nur auf den Erfolg an. So wird es auch in zehn Jahren noch sein, das ist Fußball.

Sport1.de: Ihr Vertrag in Ingolstadt läuft im Sommer aus. Wie sehen Ihre Planungen für danach aus?

Neuendorf: Ich werde in Ingolstadt definitiv nicht weitermachen. Das Heimweh nach Berlin ist einfach zu groß. Körperlich fühle ich mich nach wie vor fit, aber es geht natürlich auch um das allgemeine Wohlbefinden. Und da spüre ich, dass ich nicht noch ein Jahr so weit weg von Berlin sein will. Ob ich dann irgendwo in der näheren Umgebung von Berlin noch ein oder zwei Jahre spiele, wird sich zeigen. Das entscheide ich spontan.

Sport1.de: Wäre die Hertha wieder eine Anlaufstation für Sie?

Neuendorf: In Ingolstadt habe ich schon zu hören bekommen: 'Ach, wenn wir aufsteigen, nicht, dass wir dann nächstes Jahr gegen dich spielen.' Aber ich kann es mir nicht vorstellen, dass ein Angebot von der Hertha kommt. Von daher ist das kein Thema.

Sport1.de: Wie sehr geht Ihnen das zu Herzen, was in Berlin derzeit passiert?

Neuendorf: Das geht mir schon ganz nah, wie es allen Fans geht. So geht es sicher auch den Jungs bei der Hertha und im gesamten Verein. Die Szenen nach dem Nürnberg-Spiel waren schlimm (Hertha-Anhänger stürmten nach Abpfiff den Rasen und randalierten, Anm. d.Red.). Und wenn man sich das Restprogramm anschaut, hat Berlin ja das schwerste Programm von allen Mannschaften der Liga. Aber warum soll Hertha jetzt nicht die letzten Spiele gewinnen? Das ist zwar sehr optimistisch, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel