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Trainer Dotchev will den SC07 direkt nach dem Abstieg wieder in Liga zwei bringen © getty

Der SC Paderborn 07 ist nach seinem Abstieg in die Dritte Liga völlig verändert worden. Trainer Pavel Dotschev spricht dennoch vom Aufstieg.

München - Das Gesicht der Profimannschaft des SC Paderborn 07 hat sich nach dem Abstieg in die neue Dritte Liga völlig geändert.

Mit 16 Neuzugängen und sagenhaften 22 Abgängen ist der Kader vor der neuen Saison völlig umgekrempelt worden.

Bekannteste Neue: Der Deutsch-Kongolese Rolf-Christel Guie-Mien (früher Eintracht Frankfurt), Mittelfeldspieler Sören Halfar (Hannover 96) und Verteidiger Toni Wachsmuth von Energie Cottbus.

Ein Künstler, der die hohen Fluktuationen in der Mannschaft binnen kürzester Zeit bewältigt. Umso erstaunlicher, dass Pavel Dotchev noch einen Schritt weiter geht. werbung

Drei Plätze zu vergeben

Der Trainer hat hohe Ansrüche.

Der 42-Jährige verrät das höchste aller in dieser Runde erreichbaren Ziele: "Mindestens die Hälfte der Liga will doch aufsteigen. Aber: Wir gehören dazu."

Es sind aber nur drei Aufstiegsplätze sind zu vergeben.

2005 aufgestiegen

Der gebürtige Bulgare kam 1995 als Spieler zu den Ostwestfalen und übernahm 2003 nach Ende seiner Karriere das Traineramt.

Dotchev kennt sich aus mit Aufstiegen in Paderborn: 2005 gelang ihm schon einmal das Kunststück von der Regionalliga ins Bundesliga-Unterhaus zu klettern.

Doch sein persönlicher Fall war heftig: Sein auslaufender Vertrag wurde trotz heftigster Proteste der Anhänger nicht verlängert, für den Aufstiegshelden war das Kapitel Paderborn beendet ? vorerst.

Rückkehr des "Fußball-Gottes"

Nach der Demission von Holger Fach im Februar dieses Jahres holte der Klub Dotchev zurück. Die Fans waren wieder besänftigt und freuen sich nun auf eine neue positive Geschichte mit ihrem "Fußball-Gott", wie Dotchev in Paderborner Internetforen bezeichnet wird.

Der Optimismus ist nach der erschreckend schwachen Spielzeit 2007/08 zurück. Nur sechs Saisonsiege bei 15 Pleiten ? schlechter war nur noch Schlusslicht Carl Zeiss Jena ? sollen der Vergangenheit angehören.

Dotchev hat gute Gründe für den Aufstieg

Gründe für den Aufstieg kann Dotchev genug aufzählen: die Vorbereitung verlief ohne Probleme ab und von den potenziellen Stammspielern ist niemand verletzt.

Mit 25 Akteuren konnte sich der Trainer für die am Freitag beginnende Saison vorbereiten. Klar, dass der Konkurrenzkampf groß ist.

Keiner hat Stammplatz sicher

Dotchev förderte ihn bewusst, verteilte keinem seiner Fußballer eine Stammplatz-Garantie.

Bis auf Torwart Kasper Jensen und Kapitän Markus Krösche gilt es in den letzten Tagen vor dem Saisonstart bei Fortuna Düsseldorf am Sonntag sich noch durch Leistung zu positionieren.

Jeder Spieler will es seinem Trainer schwer genug machen, sich gegen ihn zu entscheiden. Die von Dotchev bewusst gewählten Platzkämpfe eruierten wohl die richtigen Auswirkungen.

Gute Testspiel-Ergebnisse

In zwei Testspielen zeigten sich die Paderborner bereits in guter Form. Gegen den türkischen Meister Galatasaray Istanbul, der allerdings ohne seine EM-Fahrer angetreten war, wurde ein respektables 1:1 geholt.

Gegen den Regionalligisten VfL Wolfsburg II feierte man beim 7:1-Erfolg ein Torschützenfest.

Logisch, dass Dotchev und sein Team trotz des gewaltigen Tapetenwechsels zuversichtlich sind: "Ich bin sehr zufrieden. Mein Team ist ausgeglichen besetzt. Wir hatten trotz vieler Wechsel keinen Qualitätsverlust", meint der Fußball-Lehrer.

Christian Gies

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