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Eric Agyemang (l.) ist mit zwölf Treffern bester Schütze von Erzgebirge Aue © getty

Während in Aue die Vorbereitungen für die Aufstiegsparty auf Hochtouren laufen, wird in Wuppertal der fehlende Kampfgeist betrauert.

München - Der Ministerpräsident kommt, die Musik ist bestellt, der Sekt steht kalt: Erzgebirge Aue plant für Freitag die große Aufstiegsparty.

Die "Veilchen" wollen im letzten Heimspiel der Saison gegen Verfolger Eintracht Braunschweig (ab 17.45 Uhr LIVE) nach zweijähriger Abstinenz die Rückkehr in die Zweite Liga feiern. (DATENCENTER: Die Dritte Liga)

"Das Erzgebirge wird beben", sagte Präsident Bernd Keller.

Nach einer imposanten Rückrunde haben sich die Sachsen eine gute Ausgangsposition erarbeitet. Der Tabellenführer hat vier Punkte Vorsprung auf den Dritten Braunschweig und kann Freitag im Beisein von Ministerpräsident Stanislaw Tillich alle Zweifel am Aufstieg beseitigen.

"Wir werden alles tun"

"Wir werden alles daransetzen, um die Sensation perfekt zu machen", sagte Trainer Rico Schmitt nach dem 2:2 im Nachholspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden und nahm erstmals das Wort Aufstieg in den Mund.

Im Spiel gegen Wehen präsentierten sich die Auer allerdings zunächst ungewohnt nervös. Zweimal geriet Aue in Rückstand, zweimal gelang der Ausgleich. "Die Mannschaft hat Moral gezeigt", sagte Schmitt.

Finanzspritze durch Aufstieg

Nach dem Platzverweis für Sven Müller musste sein Team die komplette zweite Halbzeit in Unterzahl spielen. "Das war nach der Pause eine gute Leistung", sagte Keller, der selbstbewusst auf Freitag blickte: "Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, doch wir werden es schaffen."

In wirtschaftlicher Hinsicht wäre der Aufstieg für den Klub ein Segen. "Die Dritte Liga kann man sich nicht ewig leisten", sagt Keller. Die geringen TV-Einnahmen würden dauerhaft kein Überleben sichern.

Für Liga zwei soll der Etat für die erste Mannschaft auf vier Millionen Euro geschraubt werden. "Wir werden hier weiterhin vernünftig wirtschaften", sagte der Präsident.

Lizenz nur gegen Auflagen

Die Lizenz für die Zweite Liga erhielt der Klub nur mit Auflagen, die vor allem die Modernisierung des Stadions betreffen.

Das Erzgebirgsstadion mit einem Fassungsvermögen von 16.397 Besuchern wurde im Jahr 1950 erbaut.

Auf der Tribüne müssen die alten Holzbänke aus DDR-Zeiten noch durch moderne Schalensitze ersetzt werden. "Zur neuen Saison soll alles in neuem Glanz erstrahlen", so Keller.

Wuppertal abgestiegen

Während Aue vor dem Aufstieg steht, ist der Abstieg vom Wuppertaler SV in die Niederungen der vierten Liga besiegelt. Der ehemalige Bundesligist verlor Mittwoch gegen Rot-Weiß Erfurt 0:3 und folgt Holstein Kiel und der 2. Mannschaft von Borussia Dortmund in die Regionalliga.

In den Internet-Foren machten die Fans vor allem Präsident Friedhelm Runge für die Talfahrt verantwortlich. Der Klub-Boss reagierte mit Polemik und warf den Spielern eine mangelnde Einstellung vor.

"Das einzig Gute an der Situation ist, dass noch kein Spieler einen Vertrag für die neue Saison hat. Ich kann nicht verstehen, dass die Spieler nicht mehr um ihren Arbeitsplatz gekämpft haben."

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