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Voller Einsatz: Paderborns Björn Lindemann (l.) mit Nico Patschinski von Union Berlin © imago

In Unterzahl drehen die Berliner gegen den SC Paderborn die schon verloren geglaubte Partie und erobern die Tabellenführung.

München - Der Sprung von Union Berlin an die Tabellenspitze der Dritten Liga geriet in den Hintergrund.

Denn Carl Zeiss Jena droht nach einer Böller-Attacke in Braunschweig mit einem verletzten Ordner und einer angeblich rassistischen Beleidigung von Ex-Kapitän Torsten Ziegner gegen den Nigerianer Kingsley Onuegbu großer Ärger.

Die "Eisernen" gewannen das Schlagerspiel gegen den SC Paderborn nach 0:2-Rückstand durch drei Tore innerhalb von 13 Minuten in Unterzahl noch 3:2 und sind vor dem punktgleichen Überraschungsteam Kickers Emden Spitzenreiter.

Beim Jenaer 2:1 bei Eintracht Braunschweig dagegen vermiesten wieder einmal ein paar unverbesserliche Fans des Thüringer Traditionsvereins die Stimmung.

Rassismus-Vorwurf gegen Ziegner

Zu allem Überfluss soll Ziegner nach Darstellung der Braunschweiger Onuegbu rassistisch beschimpft haben. Das bestätigten auch Jenaer Spieler.

Die hektische Schlussphase: Kurz nach dem Ausgleich der Eintracht durch Marcel Schied (78.) zum 1:1 flog in der 80. Minute zunächst ein Feuerwerkskörper aus dem Jenaer Fanblock auf die Tartanbahn, dort stürzte Carl-Zeiss-Chefordner Matthias Schau zu Boden.

Im Krankenhaus wurde ein leichtes Knalltrauma festgestellt, der leicht Verletzte konnte noch am Samstag entlassen werden.

"Eine Riesendummheit von mir"

Schiedsrichter Peter Gagelmann schickte nach dem Böller-Wurf Ziegner in die Fankurve, in der 83. Minute erzielte der 30-Jährige den Siegtreffer zum 2:1.

Vier Minuten später sah er dann wegen unsportlichen Verhaltens die Rote Karte. "Eine Riesendummheit von mir - ich habe mich sofort entschuldigt", sagte Ziegner.

Auch der Verein selbst steht am Pranger, es droht sogar eine Platzsperre oder ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Ausschreitungen beim jüngsten Ostderby

Erst am Donnerstag hatte der DFB-Kontrollausschuss gegen Jena und Dynamo Dresden wegen der Ausschreitungen beim jüngsten Ostderby von einer solchen Strafe noch abgesehen, lediglich eine Geldstrafe in Höhe von 12.000 Euro beantragt.

Jenas Präsident Peter Schreiber sah diesmal einen Polizisten als Auslöser, der nach dem Braunschweiger Ausgleich eine provozierende Geste in Richtung Fanblock gemacht haben soll.

Schreiber will Dienstaufsichtsbeschwerde stellen.

Benyamina und Patschinski drehen das Spiel

Überschäumende Freude herrschte dagegen bei den Union-Fans im Jahnsportpark. Die "Eisernen" lagen nach Toren von Frank Löring (9.) und Karsten Fischer (66.) sowie der Gelb-Roten Karte für Michael Bemben (62.) schon fast aussichtslos hinten. Karim Benyamina (74. und 86.) und Nico Patschinski (82.) drehten noch die Partie.

Paderborn verlor aufgrund der ersten Niederlage seit sieben Spielen die Tabellenführung. Am Sonntag zog auch noch Emden mit einem 3:0 gegen den SV Sandhausen am Topfavoriten vorbei.

Die SpVgg Unterhaching verlor durch ein 0:0 bei Bayern München II den Anschluss an die Aufstiegsränge.

Weber rettet seinen Job

Union dagegen ist inzwischen seit zehn Spielen ungeschlagen. "Schade, dass wir nicht 14 Tage frei haben. Dann gäbe es mehr als nur ein Bier", sagte Patschinski.

Schon am Dienstag steht die nächste Partie beim Schlusslicht Stuttgarter Kickers (0:4 in Offenbach) auf dem Programm.

Bei Erzgebirge Aue rettete Teamchef Heiko Weber mit dem 4:0 in Burghausen seinen Job, mit dem zweiten Auswärtssieg nach dem 4:1 in Regensburg übererfüllte er das Ultimatum seines Präsidenten sogar. Uwe Leonhardt hatte mindestens vier Zähler gefordert.

Aufstiegsplätze in Sichtweite

Für Sieg Nummer vier der einstigen DDR-Oberligisten sorgte Rot-Weiß Erfurt mit dem 4:1 gegen Regensburg. Für die Thüringer bleiben so die Aufstiegsplätze in Sichtweite.

"Es war ein Pflichtsieg. Meine Mannschaft hat hervorragend gespielt, aggressiv nach vorne", meinte Trainer Karsten Baumann.

Dynamo Dresden war mit dem 1:1 gegen VfR Aalen nicht zufrieden. "Wir haben gespielt, als hätten wir einen Rucksack auf", monierte Trainer Ruud Kaiser.

Eine überzeugende Vorstellung lieferte dagegen Fortuna Düsseldorf beim 4:0 beim VfB Stuttgart II ab.

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