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Dynamo Dresden liegt nach zwölf Spieltagen auf Rang sechs der Tabelle © getty

Das Traditioons-Duell zwischen Dresden und Rostock ruft große Aufmerksamkeit hervor. Die Polizei ist für alle Fälle gewappnet.

München - Das Stadion war an einem Wochenende ausverkauft, die Polizei spricht von einem Risikospiel und das Fernsehen ist live dabei:

Wenn der achtmalige DDR-Meister Dynamo Dresden am Samstag in der Dritten Liga den letzten DDR-Oberliga-Meister empfängt (ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER), sind die Massen im Osten elektrisiert.

"Bei dem Spiel geht es um mehr als nur drei Punkte", sagte Dresdens Berater Reiner Calmund.(DATENCENTER: Die Dritte Liga)

Trotz aller Rivalität verzeichnen beide Klubs auch viele Parallelen.

1991 zogen sie gemeinsam als erste Ost-Vereine in die Bundesliga ein. Beide verfügen mittlerweile über ein komfortables Umfeld, haben Top-Stadien und ein großes Fan-Potenzial.

Erhöhte Sicherheitsstufe in Dresden

"Für das Spiel hättest du locker 60.000 Karten verkaufen können", sagte Hansas Manager Stefan Beinlich. Hansa-Kapitän Sebastian Pelzer, früher selbst bei Dynamo aktiv, meinte: "Der Run auf die Karten zeigt, welche Brisanz in dieser Partie steckt."

Doch der Ansturm hat nicht nur positive Begleiterscheinungen. Die Polizei erklärte die Partie zwischen den Ost-Klubs zu einem Spiel mit erhöhter Sicherheitsstufe. Die Sicherheitsvorkehrungen laufen bereits seit Wochen.

"Ich hätte nie gedacht, dass sich so akribisch darauf vorbereitet wird, um Krawalle zu verhindern", sagte Dynamo-Geschäftsführer Volker Oppitz.

Appell der Vereine

Die Polizei will die über 3000 Hansa-Fans, die mit Sonderzügen anreisen, bereits frühzeitig in Empfang nehmen, um eine Eskalation mit den Dynamo-Anhängern zu vermeiden. "Einige nutzen das Ost-Derby, um sich in Szene zu setzen", sagte ein Sprecher der Dresdner Polizei.

Deshalb appellierten beide Klubs in einer gemeinsamen Stellungnahme an ihre Fans: "Der Ost-Fußball und die Ost-Fans stehen da unter besonderer Beobachtung. Lasst Euch nicht provozieren."

Für die Hausherren steht in punkto Sicherheit einiges auf dem Spiel. Schon mehrfach wurde der Klub nach Ausschreitungen seiner Fans durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) zur Zahlung von Geldstrafen verurteilt. So musste Dynamo seit 2005 rund 340.000 Euro an Strafen zahlen.

Die Tatsache, dass der Traditionsklub wegen Sicherheitsauflagen für das Derby am Samstag statt 32.000 nur 29.000 Tickets verkaufen durfte, bedeutet einen weiteren finanziellen Verlust.

Rostock in der Spitzengruppe

Auch sportlich steht viel auf dem Spiel. Nach Jahren der sportlichen Rezession ging es zuletzt für beide Klubs wieder aufwärts.

Hansa behauptet nach dem tiefen Fall aus der Bundesliga immerhin einen Spitzenplatz und liegt mit 28 Zählern nach zwölf Spieltagen nur einen Punkt hinter Spitzenreiter Kickers Offenbach.

Auch Dresden hat sich gemausert und knüpfte dank eines Zwischenspurts von fünf Spielen ohne Niederlage den Kontakt zur Spitzengruppe. Zuletzt gab es allerdings beim 0:3 in Erfurt wieder einen schmerzhaften Rückschlag.

Personalsorgen auf beiden Seiten

Hansa reist mit großen Defensivsorgen nach Dresden. Torwart Jörg Hahnel klagt über Probleme mit der Rücken- und Gesäßmuskulatur und muss wohl von Jugendtorwart Kevin Müller ersetzt werden.

In der Innenverteidigung fallen Stephan Gusche (Kreuzbandriss im Knie) und Matthias Holst (Knorpelschaden) aus. Die Nachwuchsspieler Tommy Grupe und Pelle Jensen sollen die Lücken schließen.

Gastgeber Dynamo muss weiter auf David Solga (Schienbeinbruch) verzichten.

Dennoch wollen die Sachsen die Punkte behalten. In der laufenden Saison ist die Mannschaft von Trainer Matthias Maucksch zu Hause noch ungeschlagen und kann sich auf die Unterstützung der großen Fangemeinde verlassen.

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