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Nach der Partie gegen Regensburg wurde David Solga (l.) positiv getestet © getty

In der Dritten Liga wartet der SV Wacker auch in Aalen weiter auf einen Sieg. Schlechte Nachrichten gab es auch innerhalb der Woche.

München - Der ehemalige Zweitligist Wacker Burghausen steckt in der Dritten Liga weiterhin tief in der Krise.

Das Team von Trainer Günter Güttler erreichte im Duell der Abstiegskandidaten beim VfR Aalen zwar ein 0:0, wartet aber nun schon seit acht Spielen auf einen Sieg.

Aalen verpasste eine Fortsetzung des zuletzt gezeigten Aufwärtstrends (sechs Punkte aus vier Spielen) und den Sprung in die obere Tabellenhälfte.

VfR-Keeper Linse klärt zweimal

Beide Mannschaften spielten vor lediglich 2820 Zuschauern wie Absteiger. Die Gäste, die zumindest vorübergehend auf den 17. Platz vorrückten, hatten überraschend sogar noch mehr vom Spiel.

Tobias Linse klärte zweimal in Eins-gegen-Eins-Situationen: Zum einen fischte Aalens Torhüter einen Freistoß von Ronald Schmidt unter der Latte weg, dann behielt er gegen den frei vor ihm stehenden Sebastian Mitterhuber.

Zweiter Heimsieg verpasst

Die Gastgeber, die von 1990er-Weltmeister Jürgen Kohler trainiert werden, hatten nur wenige gute Offensivaktionen und scheiterten an der stabilen Burghauser Abwehr.

Aalen verpasste damit den zweiten Heimsieg.

Solga positiv getestet

Turbulenter ging es unter der Woche in Burghausen zu. Am Dienstag hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) den Verein informiert, dass Mittelfeldspieler David Solga nach dem Punktspiel gegen Jahn Regensburg (0:1) am 4. Oktober in der abgegebenen A-Probe positiv auf das "Stimulanzium Methylpseudoephedrin als Ableger von Metamfepramon" getestet worden war.

Solga war im besagten Spiel zur Halbzeit ausgewechselt worden.

Verein stellt sich hinter den Spieler

Burghausen kündigte an, auf die Öffnung der B-Probe zu verzichten. Der Verein stellte sich aber hinter den 26-Jährigen und erklärte ihn für "unschuldig".

"Den Spieler trifft keine Schuld", hieß es in einer Erklärung des Vereines, der außerdem betonte, dass "eine lückenlose Klärung dieser Angelegenheit sehr wichtig" sei.

Zugleich strich der ehemalige Zweitligist Solga "aus Vorsicht und zum Schutz des Spielers" aus dem Kader für das Aalen-Spiel.

Nicht auf der Dopingliste gefunden

Der SV Wacker begründete das damalige Handeln von Solga mit einer Grippeerkrankung des Spielers, bei deren Behandlung ihm der behandelnde Arzt das Medikament "Tempil N" verordnete. Nach Darstellung des Vereines sei bei einer Routine-Recherche auf der Liste der Nationalen Antidoping-Agentur NADA kein Hinweis darauf gefunden worden, dass das Medikament unzulässig ist.

Bei der Dopingkontrolle sei deshalb von seiten des Spielers und des Vereins die Einnahme des Medikaments im Vorab mitgeteilt worden.

"Diese Stimulanzien gehören der Gruppe S6 der WADA-Liste der verbotenen Substanzen an und zählen zu den Psychostimulanzien", sagte Doping-Analytiker Professor Wilhelm Schänzer, Leiter des Instituts für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule Köln.

Sperre droht

Solga droht nun eine Sperre durch den DFB. Er hat in der laufenden Saison für Wacker elf Spiele absolviert und ein Tor erzielt.

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