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Jubeltraube: Die Kickers freuen sich über den entscheidenden Treffer in der 71. Minute © getty

Mit einem knappen 1:0-Erfolg erobern die Ostfriesen die Tabellenführung zurück, da Union Berlin in Unterhaching Federn lässt.

München - Randale im Westen, Frust in der Hauptstadt, aber Partystimmung in Ostfriesland:

Während die Kickers Emden in der Dritten Liga an Union Berlin vorbei an die Tabellenspitze stürmten, überschatteten Ausschreitungen in Düsseldorf den 14. Spieltag.

Das Derby zwischen der Fortuna und dem Wuppertaler SV stand nach einer Unterbrechung wegen des Abschießens von Feuerwerkskörpern kurz vor dem Abbruch.

Wuppertals Trainer sauer auf Chaoten

"Das waren keine Fans des WSV, das waren Einzelne, die dem Verein einen Bärendienst erwiesen haben. Den eigenen Torhüter mit Leuchtraketen zu beschießen, dafür habe ich kein Verständnis", sagte Wuppertals Trainer Christoph John. Nach dem Führungstor der Gäste in der 27. Minute waren im Auswärtsblock mehrfach Feuerwerkskörper gezündet worden.

Weil Durchsagen des Stadionsprechers ohne Wirkung blieben, unterbrach Schiedsrichter Christian Leicher die Begegnung für 13 Minuten. Bereits vor dem Spiel hatten Wuppertaler Anhänger Fortuna-Fans am Kartenschalter attackiert, wobei drei Personen leicht und eine schwer verletzt wurden.

Fortuna-Boss Peter Frymuth verteidigte sich gegen Vorwürfe, sein Klub habe Fehler gemacht: "Wir haben einen Sicherheitsstandard wie bei einem Länderspiel."

Der DFB hat unterdessen Ermittlungen angekündigt. Der Sicherheitsbeauftragte Helmut Spahn wird bis Montag einen Bericht anfordern und diesen dann an den Kontrollausschuss weiterleiten. Dass sich die Fortuna mit dem 3:1 und nun 26 Punkten im Aufstiegsrennen zurückmeldete, verkam zur Randnotiz.

Emden steigert sich nach der Pause

Dagegen sorgt Kickers Emden weiterhin nur für sportliche Schlagzeilen. Nach dem 1:0 bei Rot-Weiß Erfurt haben die Ostfriesen nun 31 Punkte auf dem Konto und peilen den Aufstieg in die Zweite Liga an.

"In der Kabine habe ich an meine Mannschaft appelliert. Dann haben wir viel besser gespielt und deswegen ist der Erfolg nicht unverdient", sagte Kickers-Trainer Stefan Emmerling. Siegtorschütze Jasmin Spahic war nach seinem Freistoßtreffer in der 70. Minute "überglücklich".

Paderborn schlägt Braunschweig

Beim entthronten Tabellenführer Union Berlin war die Stimmung nach dem 0:1 bei der SpVgg Unterhaching dagegen am Nullpunkt angekommen. Neben Emden mussten die Eisernen auch den SC Paderborn passieren lassen, der 2:1 gegen Eintracht Braunschweig gewann.

"Ich habe lange überlegt, ob ich mir einen Maulkorb verpasse. Die Leistung war eines Spitzenteams nicht würdig", grantelte Union-Trainer Uwe Neuhaus: "Wir haben um ein Tor gebettelt. Das war ein dermaßen schlechtes Spiel, es wirkte alles wie in Zeitlupe."

Mit 28 Zählern liegen die Berliner, die von Präsident Dirk Zingler den "Befehl" zum Aufstieg erhalten haben, nun drei Punkte hinter Emden.

Offenbach schafft den Anschluss

Absteiger Kickers Offenbach hat derweil durch den ersten Auswärtssieg der Saison den Anschluss zu den Aufstiegsplätzen hergestellt. Die Hessen gewannen beim heimstarken SV Sandhausen überraschend 2:0.

Erzgebirge Aue rettete durch ein spätes Tor von Thomas Paulus (90.) ein 1:1 gegen Bayern München II, das acht der letzten neun Spiele mit einem Unentschieden beendet hat.

Im Tabellenkeller feierte Schlusslicht Stuttgarter Kickers durch ein 2:1 gegen Dynamo Dresden den lange ersehnten ersten Saisonsieg. Absteiger Carl Zeiss Jena kam beim Vorletzten Werder Bremen II nicht über ein 0:0 hinaus, für VfR Aalen reichte es gegen Wacker Burghausen ebenfalls nur zu einer Nullnummer. Jahn Regensburg trennte sich vom VfB Stuttgart II 1:1.

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