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Axel Lawaree erzielt den Siegtreffer für Fortuna Düsseldorf © getty

Fortuna Düsseldorf besiegt im Traditionsduell der Dritten Liga Braunschweig. Beide Vereine sahen aber schon bessere Zeiten.

Von Maximilian von Harsdorf

München - Fortuna Düsseldorf hat sich in eine formidable Situation für das Aufstiegsrennen um die Zweite Bundesliga gebracht.

Die Düsseldorfer besiegten am 16. Spieltag der Dritten Liga Eintracht Braunschweig mit 2:1.

Vor 13.881 Zuschauern in Düsseldorf erzielten Ranisav Jovanovic (7.) und Axel Lawaree (48.) die Tore beim dritten Fortuna-Sieg in Serie.

Für den zwischenzeitlichen Ausgleich für Braunschweig hatte Benjamin Fuchs (40.) gesorgt.

Tradition im Duell

Die Partie war das Duell zweier großer Traditionsmannschaften: In Düsseldorft spielte ein früherer Deutscher Meister gegen einen Pokalsieger.

Eintracht Braunschweig holte 1967 die Meisterschale, Fortuna eroberte 1979 und 1980 den DFB-Pokal.

Von einem erneuten Pokalsieg träumen sie in Düsseldorf zwar noch nicht, aber momentan ist das Team von Norbert Meier auf dem richtigen Weg.

Trotz zuletzt "nicht gerade attraktivem Fußball" (Manager Wolf Werner) stehen aus den letzten sechs Partien fünf Siege zu Buche. (Ergebnisse und Tabelle).

Durchgereicht in die Oberliga

Dass diese Begegnung in Deutschlands unterster Profiliga stattfand, zeigt allerdings, dass die beiden beteiligten Mannschaften einen steilen Abstieg hinter sich haben.

Vor allem Düsseldorf hat es schwer erwischt. Noch 1997 spielte der Verein in der Bundesliga, dann ging es abwärts.

Vorläufiger Höhepunkt der Misere war der zwei Jahre währende Aufenthalt in der Oberliga Nordrhein, der Verein drohte in den Niederungen des Amateurfußballs zu versinken.

Trendwende geschafft

Doch mit der Rückkehr in die Regionalliga 2004 ist auch die Hoffnung nach Düsseldorf zurückgekehrt.

Der Verein fand sich auf Anhieb gut in der neuen Spielklasse zurecht und verpasste letztes Jahr nur knapp den Aufstieg. Ein Ziel, dass man sich jetzt für diese Spielzeit vorgenommen hat.

Bei der Verwirklichung dieses Vorhabens kann sich Trainer Meier vor allem auf seine Abwehr verlassen.

Die Fortuna-Defensive um Abwehrchef Jens Langenecke ließ in 16 Saisonspielen erst zwölfTreffer zu und ist auch der Garant für die jüngste Erfolgsserie.

Finanzielle Engpässe

Dass bei der Fortuna nicht ohnehin schon längst Flaute herrscht, ist auch den "Toten Hosen" zu verdanken.

Die Düsseldorfer Punkrocker, seit jeher große Fans des Vereins, unterstützten die Fortuna in finanziell schwierigen Zeiten von 2001 bis 2003. Ohne diese Hilfe wäre es für den Traditionsklub eng geworden.

Mittlerweile ist der Verein wieder besser aufgestellt.

Der Etat für die Saison 08/09 beträgt geschätzte vier Millionen Euro und an den Zuschauerzahlen merkt man, dass Fortuna Düsseldorf noch einen großen Namen hat: Im Schnitt strömen über 12.000 Fans pro Spiel in die hochmoderne LTU-Arena.

Braunschweig müht sich

In der Zuschauertabelle liegt einzig Braunschweig vor den Düsseldorfern. Mit 7,5 Millionen Euro Etat ist Braunschweig auch der Krösus der Liga, die Eintracht hat damit mehr Geld zur Verfügung als die Zweitliga-Aufsteiger aus Ahlen und Oberhausen.

Einzig sportlich läuft es für die ambitionierten Niedersachsen nicht rund. Nach sechs sieglosen Spielen in Folge verliert die Eintracht die Aufstiegsränge langsam aus den Augen.

Am kommenden Wochenende geht es gegen die Spielvereinigung Unterhaching um den Anschluss an die obere Tabellenhälfte.

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