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Zwei, die den Sprung schafften: Holger Badstuber (l.) und Thomas Müller © getty

Bayerns Reserve steht vor dem Abstieg in die Regionalliga. Für Nachwuchshoffnungen wird der Sprung zu den Profis schwieriger.

Von Maik Rosner

München - In der kommenden Saison will der FC Bayern nach den Sternen greifen.

Oder besser gesagt: nach dem Henkelpott.

2012 findet das Finale der Champions League in der Münchner Arena statt. Sollte die Mannschaft von Trainer Louis van Gaal die Qualifikation für Europas Eliteliga schaffen, ist mit einem Großangriff der Münchner zu rechnen.

Und zwar mit vielen Eigengewächsen, die über die Reservemannschaft den Sprung zu den Profis geschafft haben.

Düstere Aussichten

Bald könnte dieser Karriereschritt noch schwieriger werden.

Denn die zweite Mannschaft des FC Bayern steht vor dem Abstieg aus der Dritten Liga. Neun Punkte beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer bereits. Die Aussichten auf das Wunder sind düster.

"Es tut weh"

"Es tut weh, wenn ich auf die Tabelle schaue", sagte Trainer Hermann Gerland nach der 0:2-Niederlage gegen Jahn Regensburg.

Er förderte und forderte mit seiner zuweilen ruppigen Art heutige Nationalspieler wie Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger. Jetzt steht seine Talentschmeide, der FC Bayern München II, vor dem Abstieg in die Regionalliga.

Als Assistent von van Gaal war Gerland auch ein wichtiges Bindeglied für die vielen jungen Spieler, die unter dem niederländischen Chefcoach in den Profikader aufgerückt sind 241095(DIASHOW: Planspiele des FC Bayern).

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Zu großer Aderlass

Schon viele haben diesen Weg genommen: Aus der aktuellen Bayern-Mannschaft neben Lahm und Schweinsteiger noch Thomas Müller, Holger Badstuber, Thomas Kraft und Diego Contento. Oder auch Piotr Trochowski, Zvjezdan Misimovic, Bayerns Sportdirektor Christian Nerlinger oder Markus Babbel und Dietmar Hamann.

Doch nun könnte das Sprungbrett bald so tief aufgestellt sein, dass der Abstand nach oben zu groß wird.

Das liegt auch an dem Aderlass, zu dem die erfolgreiche Arbeit mit dem Nachwuchs geführt hat. Zu viele Jungprofis verließen die Mannschaft.

Viele Abgänge

Weitere Beispiele: Mats Hummels (Borussia Dortmund), Mehmet Ekici (1. FC Nürnberg), David Alaba (1899 Hoffenheim), Christoph Knasmüllner (Inter Mailand), Maximilian Haas (FC Middlesbrough) und Marcel Holzmann (FC Lustenau).

Dass nun der Absturz in die Viertklassigkeit folgt, ist für Werner Kern aber nicht ganz so dramatisch.

"Davon geht die Welt nicht unter", sagt der Nachwuchschef des FC Bayern. Wichtiger sei, dass sich die ausgebildeten Spieler als Stammkräfte in der Bundesliga etablieren.

Zudem hätten vor allem die schweren Verletzungen von Leistungsträgern wie Danny Schwarz, Sene Saer oder Deniz Yilmaz zu der sportlichen Misere geführt.

2000 statt 20000 Zuschauer

Sollte es kommen, wie es derzeit scheint, soll sich die Mannschaft in der Regionalliga konsolidieren. Ein direkter Wiederaufsteig wird nicht angetrebt.

Doch Gerland benennt ein Problem, dass den Weg aus der zweiten in die erste Mannschaft des FC Bayern nun erschwert. "Spiele wie in Dresden oder Braunschweig vor 20 000 Zuschauern - das hat etwas mit Profifußball zu tun", sagt der U-23-Coach.

Stattdessen warten künftig eher Vereine aus der süddeutschen Provinz - und damit eher 2000 statt 20000 Zuschauer. Erfahrungen in Profiatmosphäre können so kaum gesammelt werden.

Der Karrieresprung ist weiterhin möglich, wird aber schwieriger.

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