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Braunschweig spielte zuletzt 2006/07 in der Zweiten Liga © getty

Die Eintracht ist am Ziel der Träume. Mit einer lautstarken Party plant Braunschweig für Liga Zwei. Jetzt steht ein Großprojekt an.

Von Benjamin Bauer

München - "Schatzi, schenk mir ein Foto von dir" hallte es durch den Augustiner-Biergarten.

Die Spieler von Eintracht Braunschweig feierten mit dem Hit von Mickie Krause den Aufstieg in die Zweite Liga.

Leicht irritiert nahmen asiatische Touristen die singende Truppe im Trainingsanzug zur Kenntnis, richteten aber die Objektive lieber auf Hirschgeweihe an der Decke als auf feiernde Profi-Fußballer am Nebentisch.

Diese hatten knapp drei Stunden zuvor mit einem 1:0-Sieg bei der SpVgg Unterhaching den Aufstieg perfekt gemacht hatten. (Spielbericht)

Große Erleichterung

Schon sechs Spieltage vor Saisonschluss ist den Niedersachsen dieser Erfolg nicht mehr zu nehmen.

Schon kurz nach dem Schlusspfiff zeigt sich der Sportliche Leiter Marc Arnold erleichtert.

"Mir fällt ein großer Stein vom Herzen, dass wir schon sieben Spieltage vor Schluss den Aufstieg perfekt machen konnten", sagte Sportdirektor Marc Arnold zu SPORT1.

Aber nicht nur Ex-Profi Arnold, auch Trainer Torsten Lieberknecht durfte sich als einer der Hauptverantwortlichen für den vierten Zweitliga-Aufstieg fühlen.

Erfolg früher als geplant

Binnen drei Jahren führte der 37-Jährige das Team aus der Löwenstadt aus der Drittklassigkeit heraus.

"Dieser Erfolg ist einfach nur Wahnsinn", sagte der Coach, der früher als geplant damit beginnen kann, einen Kader für die neue Saison zusammenzustellen.

"Jetzt haben wir ein bisschen Vorsprung vor den anderen Teams, da wir schon personell planen können. Es kommt viel Arbeit auf uns zu", erklärte Arnold.

Partykarawane feiert

Nicht nur auf dem grünen Rasen bewies die Eintracht mannschaftliche Geschlossenheit und Abstimmung: Auch beim Feiern klappte das Kurz-Pass-Spiel: Auf das spontane "Pssst!"-Kommando schweigten die Braunschweiger.

In die Ruhe platzte ein "OOOOnnnnehundredandeighty", welches von den Spielern in bester Darts-Manier mit einem lauten "döpp döpp dö dö dö depp" gekontert wurde.

Gestärkt mit bayerischer Küche zog die blau-gelbe Karawane anschließend weiter ins Park Cafe, wo die Feierlichkeiten bis in die Morgenstunden andauerten.

Stadion vor Renovation

In Braunschweig stehen die Zeichen generell auf Umbruch.

Im Herbst beginnt die umfassende Renovierung des Eintracht-Stadions mit einer kompletten Überdachung und dem Einbau von Logen.

Bei einer Bürgerbefragung Anfang Februar hatte sich eine Mehrheit von 60,3 Prozent für die 14,5 Millionen Euro teure Maßnahme ausgesprochen.

Tausende feiern Helden

Und so muss bis zum Sommer 2013 auf einer Baustelle gespielt werden, doch der Begeisterung der Braunschweiger Fans tut dies keinen Abbruch.

Schon am Sonntag formierten mehrere Hundert Anhänger der Blau-Gelben einen Autokorso durch die Innenstadt.

Mehr als 10.000 Feierwütige werden erwartet, wenn am 15. Mai die Stadt ihre Aufstiegshelden auf dem Altstadtmarkt ehrt. Einen Tag zuvor steht im Stadion an der Hamburger Straße das letzte Saisonheimspiel gegen den 1. FC Heidenheim auf dem Programm.

"Stadion ist Lebensqualität"

Die Begeisterung der Braunschweiger für die Eintracht war und ist für Oberbürgermeister Gert Hoffmann das wichtigste Argument für den nicht unumstrittenen Stadionumbau.

"Für Braunschweig als Oberzentrum hat ein zeitgemäßes Stadion eine große Bedeutung. Eine moderne Arena, in die man gerne geht, ist ein Stück Lebensqualität", sagte das Stadtoberhaupt.

Und man fördere mit dieser Investition, so Hoffmann weiter, das Image Braunschweigs bundesweit:

"Man muss sich nur mal vor Augen führen, dass man überregional immer noch von der Meistermannschaft von 1967 spricht. Das ist etwas, was man mit Geld nicht aufwiegen kann."

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