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Edgar Schmitt (r.) und sein Assistent Rainer Kraft beim Spiel gegen Wuppertal © getty

Trotz der angespannten Lage bei den Stuttgarter Kickers setzt Edgar Schmitt auf "mutigen Fußball" und entdeckt Urelemente wieder.

Von Kristof Reitemeyer und Katrin Freiburghaus

München/Stuttgart - Als "Euro-Eddy" in Diensten des Karlsruher SC ist er unvergessen.

Nun soll UEFA-Cup-Held Edgar Schmitt als Trainer mit den Stuttgarter Kickers den Klassenerhalt schaffen.

Und trotz der jüngsten 0:3-Klatsche gegen Carl-Zeiss Jena dürfen sich die Kickers Hoffnungen machen.

Allerdings sind die Stuttgarter nach einem katastrophalen Saisonstart mit nur einem Punkt nach sieben Partien Vorletzter (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Edgar Schmitt, zuvor Trainer beim VfR Aalen, soll nun die Aufholjagd in Gang setzen.

Seine Entscheidung für die Blauen, erzählt Schmitt im Gespräch mit Sport1.de, sei ohne Zögern gefallen. Der Reiz der neuen Aufgabe? "Das Ziel ist nicht ganz einfach, aber machbar."

Neue Vorzeichen

Schmitt sieht sich in einer Situation mit umgekehrten Vorzeichen: In Aalen wurde von ihm zuletzt der Aufstieg in die Zweite Liga erwartet, nun soll er alles tun, um die Klasse zu halten.

Die ersten Hoffnungszeichen: Nach wichtigen Punktgewinnen gegen die Spitzenteams Emden und Bayern München II folgte am 13. Spieltag endlich der erste Saisonsieg gegen Dynamo Dresden.

"Erfrischender und mutiger Fußball"

"Wir haben in neun Spielen 16 Tore geschossen. Wir spielen erfrischenden, mutigen Fußball", argumentiert der 45-Jährige.

"Es geht auch darum, zwar ergebnisorientiert zu spielen, aber auch Leben in die Hütte zu bekommen. Ich glaube, dass wir da schon ein bisschen was bewegt haben." (Alle News zur Dritten Liga)

Wichtiger als den geschmolzenen Abstand auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz wertet der ehemalige Bundesliga-Profi aber die Entwicklung in der Mannschaft.

Präsident: Schmitt kann Team kitzeln

Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum hatte bereits beim Wechsel von Stefan Minkwitz zu "Euro-Eddy" verkündet: "Schmitt ist unser Wunschtrainer. Er kann aus der Mannschaft rauskitzeln, was noch fehlt."

Zweifelsohne lässt sich in Stuttgart mehr Spielfreude erkennen: So erzielten die Kickers in ihren ersten acht Saisonspielen lediglich fünf Tore, inzwischen steht man bereits bei 16.

Ein Trend, den auch die Zuschauer zu bemerken scheinen: Die Zahlen steigen.

Beim Heimsieg gegen Dresden sahen sogar 6000 Fans zu.

"Leute wollen schönen Fußball mit Leidenschaft sehen"

"Die Leute wollen schönen Fußball mit Leidenschaft sehen. Dann steht das Stadion auch hinter uns", erklärt Schmitt die positive Entwicklung, die vor allem der Mannschaft neues Selbstvertrauen gibt. (Der Spielplan)

"Ich rede nicht nur über mutigen Fußball, wir machen das auch einfach. Das sieht man und deshalb kommen die Zuschauer und helfen uns damit - auch wenn es mal nicht so klappt."

Nach dem jüngsten Rückschlag in Jena muss er auch darauf bauen können.

Doch Schmitt sieht der Situation trotzdem optimistisch entgegen:

Auf Tuchfühlung bleiben

Man sei auf "Tuchfühlung mit den Nichtabstiegsplätzen" und Stuttgart kann auf den jüngsten Erfolgen weiter aufbauen. (Die Torjäger der Dritten Liga)

"Wenn wir bis Weihnachten jetzt einigermaßen punkten, bin ich optimistisch, dass wir die Klasse halten können", sagte der 45-jährige.

Seine Philosophie: "Ich lasse generell Fußball spielen, der nach vorn gerichtet ist und sich am englischen Fußball orientiert. Die Jungs sehen, dass ich mit meinem Trainerteam vorangehe."

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