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Peter Vollmann übernahm am 31. Mai 2010 den Trainerposten bei Hansa Rostock © getty

Die Pleite in Saarbrücken nervt Hansa Rostock, Trainer Vollmann ist sauer. Spannend bleibt der Kampf um den Relegationsplatz.

Saarbrücken/Rostock - Die geplante Party-Tour auf der knapp 900 Kilometer langen Heimfahrt fiel ins Wasser, stattdessen drohte Peter Vollmann den Spielern mit Video-Folter.

"In zehn Stunden Busfahrt kann man sich die Partie etwa sechsmal angucken", sagte der Trainer von Hansa Rostock mit böser Miene.

Sein Team hatte mit einem 0:3 (0:1) beim 1. FC Saarbrücken den ersten Matchball zum Aufstieg in die Zweite Liga leichtfertig vergeben (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Doch bereits am Mittwoch kann der letzte DDR-Fußballmeister mit einem Sieg im Heimspiel gegen den SV Sandhausen die Zweitliga-Rückkehr perfekt machen.

Dass die Mecklenburger dann vor heimischen Publikum feiern dürften, konnte nach dem Debakel in Saarbrücken kaum jemanden trösten.

Sauer wegen "Sommerfußball"

"Das war Sommerfußball. Ich hatte das Gefühl, bei einem Freundschaftsspiel zu sein", schimpfte Abwehrspieler Robert Müller.

"Manche haben wohl geglaubt, dass das hier von alleine geht."

Auch Kapitän Sebastian Pelzer meinte: "Mir ist egal, wo wir aufsteigen. Mit so einer Leistung klappt das aber nicht."

"Zentimeter vor der Ziellinie"

Dabei könnte Hansa am Mittwoch sogar eine Niederlage reichen, wenn Verfolger Kickers Offenbach gegen den VfB Stuttgart II nicht gewinnt.

Doch Vollmann warnte seine Mannschaft: "Wir stehen einen Zentimeter vor der Ziellinie, aber diesen Zentimeter zu gehen, ist immer das Schwerste. Auch das Spiel gegen Sandhausen wird alles andere als ein Selbstläufer."

Semmer kommt aus Erfurt

Dass der Betriebsunfall Abstieg nach einem Jahr korrigiert wird, ist allerdings nur noch Formsache, die Planungen für die Zweite Liga laufen.

Erster Neuzugang ist Offensivspieler Tino Semmer, der 25-Jährige wechselt ablösefrei von Rot-Weiß Erfurt an die Ostseeküste.

Darüber hinaus sind zwei Rückkehrer im Gespräch.

Marcel Stein (FSV Frankfurt) und Tobias Rathgeb (VfB Stuttgart II) spielten für die Rostocker bereits in der Zweitklassigkeit.

Auf Stürmersuche ist Hansa zudem in Skandinavien.

Fuchs erzielt Doppelpack

3000 mitgereiste Fans wollten bereits am Samstag den Aufstieg feiern.

Doch aus der Party wurde nichts. Markus Fuchs (29./82.) und Manuel Stiefler (87.) erzielten die Treffer für den FCS, parallel beendete Offenbach seine Schwächephase mit einem 2:0 (1:0)-Sieg gegen Wacker Burghausen.

Spannung im Kampf um Platz drei

Für den OFC war der Sieg Gold wert, denn Verfolger SV Wehen Wiesbaden ist dem früheren DFB-Pokal-Sieger dicht auf den Fersen.

Der Kampf und den Relegationsplatz bleibt damit richtig spannend.

Nach einem 3:0 (0:0) gegen Rot Weiss Ahlen liegt Wehen weiterhin nur einen Punkt hinter Offenbach, weitere drei Punkte zurück lauert Rot-Weiß Erfurt, das am Freitag in Sandhausen mit 2:3 verloren hatte.

Auch Dynamo Dresden hat den Aufstieg noch nicht abgeschrieben - im ersten Spiel unter Trainer Ralf Loose bezwang Dynamo die TuS Koblenz mit 1:0 (1:0).

Aalen Sieger im Tabellenkeller

Großer Sieger im Abstiegskampf war am Samstag der VfR Aalen, der bei Bayern München II 1:0 (0:0) gewann und nun Tabellen-16. ist.

Die Bayern-Reserve ist so gut wie abgestiegen.

Auch die zweite Mannschaft von Werder Bremen muss nach der 1:3 (0:2)-Niederlage beim 1. FC Heidenheim weiter um den Klassenerhalt bangen. Den Hanseaten fehlen aktuell zwei Punkte zum rettenden Ufer.

In den weiteren Partien verlor der FC Carl Zeiss Jena gegen die SpVgg Unterhaching 1:2 (1:2) und auch die Reserve des VfB Stuttgart zog gegen Jahn Regensburg mit 1:2 (1:1) den Kürzeren.

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