vergrößernverkleinern
MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Robert Zillner ist seit 2005 für die SpVgg Unterhaching aktiv © getty

Unterhachings Senkrechtstarter Robert Zillner spricht über den Aufstieg, sein Vorbild und eine einmalige Chance.

Von Maximilian von Harsdorf

München - Robert Zillner ist bei der Spielvereinigung Unterhaching der Senkrechtstarter dieser Saison.

Nach langer Verletzungspause spielte sich der 23-Jährige schon vergangene Saison in der ersten Mannschaft der Münchner Vorstädter fest und avanciert in der laufenden Spielzeit zum Leistungsträger (Spielerprofil).

Schon vier Tore hat der dynamische Mittelfeldspieler erzielt, weitere hat er für den Sechsten der Dritten Liga (Ergebnisse und Tabelle) vorbereitet.

Zuletzt musste die Spielvereinigung (Kader) gegen Eintracht Braunschweig dennoch eine herbe 0:4-Auswärtspleite hinnehmen. Bei Sport1.de analysiert Zillner im Interview, warum es für Unterhaching noch nicht für ganz oben reicht.

Sport1.de: Unterhachings Siegesserie ist in Braunschweig gerissen. Woran lag es, dass Sie so untergegangen sind?

Robert Zillner: Bitter ist, dass das ja nicht das erste Mal war, dass wir auswärts vier Tore kassiert haben. Bisher wissen wir noch nicht genau, woran es liegt. Wir haben auswärts Probleme, treten einfach ganz anders auf als daheim.

Sport1.de: Sie haben auswärts schon vier Spiele verloren und dabei 20 Tore kassiert. Gibt es eine Erklärung?

Zillner: Wir sind auswärts teilweise einfach noch zu grün hinter den Ohren. Wir haben eine junge Mannschaft und machen dann in den entscheidenden Situationen dumme Fehler, laufen in blöde Konter hinein. Wenn erfahrene Spieler wie Roman Tyce auswärts ausfallen, sind Führungspositionen nicht besetzt und das merkt man dann.

Sport1.de: Es gehört aber auch in das Konzept von Unterhaching, verstärkt auf junge Spieler zu setzen.

Zillner: Ja, natürlich. Es kommen immer wieder junge Spieler aus der Jugend und von den Amateuren nach, die bei uns eingebaut werden. Es ist auch das Ziel für die Spielvereinigung Unterhaching, ein Ausbildungsverein zu sein.

Sport1.de: Als nächstes steht am Sonntag das Heimspiel gegen Carl-Zeiss Jena an. Was haben Sie sich vorgenommen?

Zillner: Wir wollen auf alle Fälle gewinnen. Bei Jena läuft es derzeit zwar auch besser, aber wir haben zu Hause auch den damaligen Tabellenführer Union Berlin geschlagen. Von daher muss auch im diesem Spiel ein Sieg für uns drin sein.

Sport1.de: Welche Ziele wurden vor der Saison ausgegeben? Und haben Sie jetzt noch den Aufstieg im Hinterkopf?

Zillner: Wir wollten so lange wie möglich oben mitspielen und dann schauen, wo der Weg hingeht. Um allerdings wirklich oben zu bleiben, müssen wir auswärts einfach öfter punkten und konstanter spielen. Dann können wir vielleicht nach dem Winter noch einmal oben angreifen.

Sport1.de: Sie persönlich waren 2007 lange verletzt, haben sich in der vergangenen Saison etabliert. Jetzt sind Sie absoluter Stammspieler. Ist das auch für Sie eine überraschende Entwicklung?

Zillner: Überraschend würde ich das nicht nennen. Ich habe die Chance genutzt, die mir der Trainer gegeben hat. Es läuft gut: Ich habe schon vier Tore erzielt und auch einige Vorlagen gegeben.Es hat nach der Verletzung einfach einige Zeit gedauert, bis ich richtig fit geworden bin und mich hereingefunden habe. Aber es wird immer besser. Das Selbstvertrauen zu sagen, dass ich das Potential besitze, mich in der ersten Elf festzuspielen, habe ich.

Sport1.de: In den vergangenen zwei Jahren haben Sie noch nebenher studiert, dann aber vor Saisonbeginn beschlossen sich voll auf den Fußball zu konzentrieren. Woran lag's?

Zillner: Es war mir von der Zeit her nicht mehr möglich, beides nebenher zu betreiben. Ich hatte teilweise vormittags und nachmittags Training, habe daher in der Uni teilweise auch die Pflichtveranstaltungen gar nicht mehr besuchen können.

Sport1.de: Es war für Sie also immer klar, dass Sie die Möglichkeit nutzten wollen, im Fußball Fuß zu fassen?

Zillner: Auf alle Fälle. Im Fußball kriegst du nur einmal die Chance, studieren kann ich danach immer noch.

Sport1.de: Für Sie persönlich läuft es sehr gut: Sie haben Ihren Vertrag verlängert, sind vom "kicker" kürzlich zum Dritte-Liga-Spieler des Tages gewählt worden. Läuft im Moment alles für Sie ein bisschen wie im Traum?

Zillner: Ich mache mir über so etwas eigentlich keine großen Gedanken. Sicher ist es schön, wenn man geehrt wird oder irgendwo in der Elf des Tages steht. Aber das bringt mich nicht weiter. Ich nehme das ganz nüchtern: Es läuft gut zur Zeit und ich hoffe, dass es weiter so läuft. Dann schauen wir mal, wohin es geht.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel