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Ralf Schnitzmeier ist seit Juli 2010 Geschäftsführer von Arminia Bielefeld © getty

Die Klubs der Dritten Liga haben ihre Lizenzunterlagen abgegeben. Bielefeld hofft, Koblenz bangt, Unterhaching atmet durch.

München - Knapp die Hälfte der Vereine der Dritten Liga hat gezittert, der Pleitegeier kreiste über etlichen Klubs.

Die Lizenzierungsfrist des DFB einzuhalten, war vielerorts ein finanzieller Drahtseilakt.

Nachdem seit Mittwoch der Stichtag zur Abgabe der Unterlagen vorüber ist, können einige erst einmal aufatmen.

Zweitliga-Absteiger Arminia Bielefeld muss dagegen noch ein wenig bangen, bei der TuS Koblenz herrscht sogar große Tristesse.

Bielefelds Lizenz noch nicht sicher

"Wir haben es geschafft, alle geforderten Bedingungen rechtzeitig einzureichen. Ob diese nun erfüllt sind, wird der DFB entscheiden", sagte Ralf Schnitzmeier, Geschäftsführer von Arminia Bielefeld.

Die finanziell schwer angeschlagenen Ostwestfalen hatten in letzter Sekunde unter anderem eine Bürgschaft in Höhe von einer Million Euro aufgebracht.

Die Verbindlichkeiten belaufen sich aber noch immer auf rund 27 Millionen Euro. Das Sanierungskonzept wird der DFB nun bewerten.

Umbau in Koblenz

Verloren hat den wochenlangen Kampf offenbar die TuS Koblenz. Es ist uns nicht gelungen, die erhobenen Forderungen zu erfüllen.

"Wir haben uns daher entschlossen, einen stark abgespeckten Etat einzureichen. Jetzt bleibt es abzuwarten, ob der DFB die Lizenz doch noch erteilt", sagte ein enttäuschter Präsident Werner Hecker.

Erste personelle Folge der schwierigen Situation ist die Trennung von Geschäftsführer Wolfgang Loos zum 1. Juli, ein Verbleib von Trainer Petrik Sander ist unwahrscheinlich.

Grünes Licht für Babelsberg

Großer Jubel herrschte indes beim SV Babelsberg 03, der angab, vom DFB am Mittwochnachmittag bereits grünes Licht erhalten zu haben.

Dank einer Bankbürgschaft konnten die Potsdamer ihr Etatloch schließen. Vorausgegangen waren turbulente Tage mit dem Rücktritt des Präsidenten Rainer Speer, dem der Kinobetreiber Thomas Bastian folgte.

Bastian gelangen dann die entscheidenden Schritte zur Rettung.

Absage per SMS

Auch die SpVgg Unterhaching verkündete am Mittwoch, dass die Lizenz bereits mündlich erteilt sei.

Zuvor hatte am Montagmorgen der mutmaßliche neue Hauptsponsor aus ungeklärten Gründen per SMS abgesagt. (BERICHT: Vom Prestigeobjekt zur "Pleiteliga")

Durch die Unterstützung von engagierten Investoren, sei das Ziel dennoch erreicht worden, teilte der frühere Bundesligist mit.

Am Dienstagabend entschied das Präsidium laut "Süddeutsche Zeitung" auch, dass der Vertrag von Trainer Klaus Augenthaler nicht verlängert wird.

Herrlich bei Unterhaching im Gespräch

Als Nachfolger wird unter anderem der Ex-Coach des VfL Bochum, Heiko Herrlich, gehandelt.

Carl Zeiss Jena berichtete ebenfalls von einer positiven Nachricht des Verbandes. "Das ist eine wichtige Hürde, die wir erfolgreich genommen haben", sagte Jenas Präsident Rainer Zipfel.

Zuversichtlich äußerten sich zudem auch Jahn Regensburg und Zweitliga-Absteiger VfL Osnabrück.

Noch zwei Wochen bangen

Bis Mitte Juni heißt es für die letzten Wackelkandidaten noch Tage zwischen Hoffen und Bangen zu überstehen.

Spätestens dann wird der DFB den schriftlichen Bescheid zustellen. (DATENCENTER: Die Dritte Liga)

Erst dann wird auch die Zusammensetzung der Dritten Liga klar sein und erst dann wird feststehen, ob es bei einem nicht-sportlichen Absteiger, dem Insolvenz-Klub Rot Weiss Ahlen, bleibt.

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