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Norbert Meyer konnte mit seiner Fortuna keinen Boden gut machen © getty

Beim Tabellenführer Paderborn reißt am 18. Spieltag eine Serie. Die Verfolger können daraus jedoch kaum Profit schlagen.

München - An der Spitze hielten die vier Top-Teams kollektiven Winterschlaf, im Tabellenkeller ließen unverbesserliche Fußball-Rowdys einmal mehr ihrem Frust freien Lauf.

Während die Siegesserie von Spitzenreiter SC Paderborn durch die 0:2-Niederlage bei Wacker Burghausen nach fünf Spielen riss und die Verfolger Union Berlin, Kickers Emden und Fortuna Düsseldorf nur Remis spielten, wurde der 18. Spieltag der 3. Liga von Ausschreitungen Dresdner Hooligans überschattet.

Vor, während und nach dem Spiel zwischen Jahn Regensburg und Dynamo Dresden (1:0) gerieten am Samstag gewaltbereite Anhänger der Gäste mit der Polizei aneinander und sorgten zudem für Sachbeschädigungen in der Regensburger Innenstadt.

Bei den Krawallen wurden acht Polizeibeamte und zwei Rowdys verletzt. Gegen 13 Dresdner Krawallmacher, die vorübergehend festgenommen worden waren, leitete die Polizei Strafverfahren ein.

"Niederlage war verdient"

Durch die Krawalle geriet das kollektive Versagen an der Spitze und die vierte Saisonniederlage von Tabellenführer Paderborn in den Hintergrund.

"Die Niederlage war verdient. Sie bestätigt, dass die Tabelle der 3. Liga nicht aussagekräftig ist. Hier können auch die Mannschaften von unten die Spitzenteams schlagen", sagte Paderborns Trainer Pawel Dotschew, dessen Team zahlreiche Torchancen nicht nutzen konnte.

"Wir haben uns nie richtig durchgesetzt und müssen nun schnell aus dem Spiel lernen", erklärte der bulgarische Coach.

Verfolger-Trio jeweils nur 1:1

Dennoch blieb der Aufstiegsfavorit Nummer eins mit 38 Punkten an der Spitze, weil das Verfolger-Trio Union (36), Emden (35) und Düsseldorf (33) sich jeweils mit einem 1:1 begnügen musste.

"Wir haben einfach schlecht gespielt", meinte der enttäuschte Berliner Trainer Uwe Neuhaus nach dem Auftritt bei Rot-Weiß Erfurt.

Gegen zehn Thüringer - Matthias Peßolat hatte in der 44. Minute die Gelb-Rote Karte gesehen - konnte erst "Joker" Hüzeyfe Dogan (73.) ausgleichen.

Zedi in der Nachspielzeit

Bei den Kickers verhinderte dagegen Rudolf Zedi mit seinem Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit gegen Kickers Offenbach Schlimmeres.

Für die Fortuna, bei der Olivier Caillas wegen Meckerns Gelb-Rot (90.+2) sah, sicherte Stürmer Ranisav Jovanovic (83.) mit einem späten Tor das Unentschieden gegen den VfR Aalen.

Bis auf vier Punkte an die Düsseldorfer rückte am Sonntag der neue Fünfte SpVgg Unterhaching heran. Die Münchner Vorstädter (29) feierten gegen Carl Zeiss Jena durch ein Tor von Anton Fink (30.) einen 1:0-Sieg.

Stuttgart gewinnt Kellerduell

Im zweiten Sonntagsspiel bezwang der Tabellenletzte Stuttgarter Kickers den Vorletzten Werder Bremen II 3:2 und zog an den Hanseaten vorbei.

Im Tabellenmittelfeld beendete derweil Erzgebirge Aue eine Serie von vier Spielen ohne Sieg mit einem 1:0 gegen den Wuppertaler SV.

Im Duell der zweiten Mannschaften zweier Bundesliga-Vereine musste sich Bayern München II mit einem 1:1 gegen den VfB Stuttgart II begnügen.

Dresden-Coach Kaiser geknickt

Während die Anhänger randalierten, sorgte Dresden auch sportlich nach der fünften Niederlage aus den vergangenen sieben Partien für Negativ-Schlagzeilen und rutschte noch tiefer in den Abstiegskampf.

"Es war so wie immer: der Gegner bekommt eine Chance und haut das Ding rein", sagte der geknickte Dynamo-Coach Ruud Kaiser, dessen Team nur noch einen Punkt Vorsprung vor der Gefahrenzone hat.

Bereits am Freitag hatte Eintracht Braunschweig 1:0 (1:0) beim SV Sandhausen gewonnen.

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